AfD: Bezirkspolitikerin Olga Petersen zu Putin „geflohen“?
Hamburg/Harburg/Moskau. Die offizielle russische Nachrichtenagentur TASS hat am 1. Juni 2024 gemeldet, dass die Harburger AfD Bezirksabgeordnete Olga Petersen nach Russland „geflohen“ sei. Das habe Alexander Brod, Direktor des Moskauer Büros für Menschenrechte der Agentur mitgeteilt. Er rechtfertigt unter anderem den Krieg Russlands gegen die Ukraine.
Grund für die „Flucht“ Petersens soll sein, dass ihr ihre minderjährigen Kinder durch die Jugendgerichtsbarkeit weggenommen werden sollten, so der Bericht der TASS. Nachdem Olga Petersen als „Beobachterin an den russischen Präsidentschaftswahlen“ teilgenommen habe (wo sie im russischen Fernsehen dem Kurs Russland unterstütze – besser-im-blick berichtete: Putin-Propaganda im russischen TV: Aufregung um Harburger AfD-Politikerin Olga Petersen), hatte die AfD sie zunächst aus ihrer Bürgerschaftsfraktion ausgeschlossen. Es habe darauf eine „mediale Verfolgung“ gegeben. „Infolgedessen zwangen sie sie und ihre Kinder, Deutschland zu verlassen und sich in Russland niederzulassen“, wird Alexander Brod zitiert.
Dabei zieht Brod Vergleiche zum Nationalsozialismus: „Diese Ereignisse erinnern an die Atmosphäre, die im nationalsozialistischen Deutschland herrschte, als sie für Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft und Recht unerträgliche Lebensbedingungen im Land schufen und die Blüte der deutschen Intelligenz gezwungen war, das Land zu verlassen“, zitiert ihn die TASS.
Olga Petersen kandidiert für die Bezirksversammlung. Welchen Einfluss die „Flucht“ Petersens auf die Bezirkswahl in Harburg hat, ist ungewiss. Zwar hat die Harburger AfD, in deren Reihen Petersen für Querelen gesorgt hatte, sie von Platz eins der Bezirksliste wieder heruntergeworfen. Im Wahlkreis aber steht sie noch auf dem Stimmzettel und könnte gewählt werden. Lebt Petersen zwischen tatsächlich in Russland, landeten alle Stimmen für sie im Papierkorb. Den Rest müsste das Landeswahlamt klären.
