Buchholz besser machen: Erstes Tausch(h)aus der Stadt eröffnet
Buchholz. Die Freude ist Annette Noch ins Gesicht geschrieben - mit strahlenden Augen und einem breiten Lächeln greift sie ihre Schere und durchschneidet ein rotes Band, eröffnet das erste Buchholzer Tausch(h)aus. Die Holzhütte findet sich gleich neben dem Kaleidoskop, in dem auch das Familienbüro der Stadt untergebracht ist. Zur Einweihung sind die vier Regale im Innern bereits gut bestückt. Hier finden sich ein Monitor, Kleidung, Geschirr, Modeschmuck, Bücher und anderes mehr. „Alles, was Menschen gefällt und reinpasst, darf auch rein“, sagt Initiatorin Noch. Einzige Voraussetzung: Die Sachen sind sauber und in einem guten Zustand.
Entstanden ist die Idee im Rahmen des Projekts der Körber Stiftung „Buchholz besser machen“. Die Neu-Buchholzerin hatte ein so genanntes Tischgespräch unter der Überschrift „Tauschschrank für Buchholz“ initiiert. Mitgebracht hat die Museums- und Umweltpädagogin die Idee aus Hamburg. Dort hat sie auch schon Tauschschränke betreut. „Hier haben zum Beispiel Kinder ihre doppelten Figuren aus Überraschungseiern getauscht.“ Der Gedanke des Tauschschranks - oder -hauses ist einfach: Wer etwas nicht mehr braucht bringt es in die Steinstraße und deponiert es im Tauschhaus. Wer möchte nimmt sich im Tausch etwas mit. Allerdings: Weder das eine (reinlegen), noch das andere (mitnehmen) ist ein Muss. „Man kann sich auch nur etwas aussuchen oder nur etwas ablegen“, erklärt Noch.
Gebaut haben das Haus Noch, ihr Mann sowie von der Freiwilligen-Agentur „fee“ vermittelte Ehrenamtliche. Finanziert wurde die kleine Blockhütte inklusive Beschilderung von der Stadt. Im Frühjahr wollen Aktive des Repair-Cafés eine kleine Solaranlage auf dem Dach des Tausch-(h)auses installieren, damit Strom für Beleuchtung da ist. Betreut wird die Hütte von Noch, ihrem Mann Henrik Przybilla, Gerda Schlüschen und Christina Fritsch. Jeden Tag schaut jemand aus dem Team nach dem Rechten.
Annette Noch plant derweil bereits das nächste Projekt. „Ich möchte gerne Rundgänge durch die Stadt anbieten, um herauszufinden, wo überall Essbares wächst.“ Und sie möchte die von ihr gemeinsam mit dem Klimaschutzbeauftragten der Stadt, Nico Wiesmann, ebenfalls im Rahmen von „Buchholz besser machen“ ins Leben gerufene Aktion „Essbares Buchholz“ noch ausweiten. Mittel zum Zweck: ein weiteres Tischgespräch. Wie berichtet, hat die Körber-Stiftung zwar die intensive Projektbegleitung planmäßig im Herbst 2023 beendet. Die Stadt hat sich allerdings entschieden, das erfolgreich gestartete Projekt „Buchholz besser machen“ mit eigenen Mitteln fortzusetzen.
Anmeldungen zu Tischgesprächen sind unter www.deutschlandbessermachen.de/buchholz möglich. Wer Fragen zur Einrichtung eines Tischgesprächs hat oder Unterstützung wünscht: Nico Wiesmann ist telefonisch unter 04181-214740 oder per Mail an
