Friedenskundgebung in Neu Wulmstorf: Für Frieden muss man auf die Straße gehen
Neu Wulmstorf. Gestern, am späten Mittwochnachmittag, hatten sich rund 300-350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor dem Neu Wulmstorfer Rathaus versammelt, um für Frieden in der Ukraine zu demonstrieren. Aufgerufen hatte ein Bündnis aus den Parteien SPD, CDU, FDP, Grüne und das Netzwerk „Willkommen in Neu Wulmstorf“.
Bürgermeister Tobias Handtke richtete sich mit emotionalen Worten an die Bürgerinnen und Bürger. Es sei nicht einfach,
etwas zu sagen, wenn man sprachlos sein, so Handtke. Deshalb wolle er einfach sagen, wie es gerade in ihm aussehe. „Die Sicherheit, die wir geglaubt haben, dass doch nichts passieren wird, dass möglicherweise Drohkulissen Drohkulissen bleiben, und dass der Schritt dann doch nicht getan wird, ist vor einigen Tagen jäh zerstört worden.“ Das habe alle in eine neue Realität gebracht. Und das fühle sich unglaublich schlecht an. Man sei solidarisch mit den Opfern, die nur zwei Flugstunden entfernt seien. „Wenn man sich überlegt, dass in unseren Straßen Molotow-Cocktails gebaut werden, dass sich Väter von ihren Familien verabschieden, dann macht das extrem betroffen.“
Wie auch immer diese Situation weiter fortschreite, sagte Handtke zum Schluss, und es vielleicht friedliche Lösungen gebe: „Vergessen wir dabei nicht, wie sehr wir es uns einfach bewahren müssen, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist, wir dafür immer wieder auf die Straße gehen müssen und wir das Leid anderer Kriege nicht vergessen.“
Deshalb gibt es ab der kommenden Woche jeden Donnerstag um 18 Uhr eine Friedenskundgebung vor dem Neu Wulmstorfer Rathaus. Im Anschluss an die kurze Kundgebung blieben noch viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Platz und nutzten die Gelegenheit, um über den Krieg in der Ukraine mit anderen zu sprechen.