Millionster Besucher im Agrarium im Freilichtmuseum am Kiekeberg in Ehestorf
Ehestorf. Das Agrarium im Freilichtmuseum am Kiekeberg in Ehestorf hat sich etabliert: Als einzige Ausstellungswelt deutschlandweit zeigt es die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Landwirtschaft und Ernährungsindustrie. Jetzt begrüßte das Agrarium den millionsten Besucher - Sabine Bertram aus Hoisdorf bei Ahrensburg (Schleswig-Holstein). Mit ihrer Freundin Rina Wegner besuchte sie das Freilichtmuseum und das Agrarium an einem regnerisch-grauen Novembertag.
Das Agrarium ist wie das Freilichtmuseum am Kiekeberg ganzjährig Dienstag bis Sonntag geöffnet. Der Eintritt ins Freilichtmuseum am Kiekeberg inklusive Agrarium kostet 9 Euro, für Besucher unter 18 Jahren ist er frei.
Im Mai 2012 wurde die moderne Ausstellungswelt eröffnet - jetzt begrüßte das Museumsteam die Jubiläumsbesucherin Sabine Bertram. Diese ist beeindruckt: "Ich war zuletzt 1975 am Kiekeberg, mit der Grundschulklasse. Ein Freilichtmuseum an sich ist schon interessant - aber das Agrarium ist etwas Besonderes." Ihre Freundin Rina Wegner hat sie zum Ausflug mitgenommen: "Wir sind als Familie häufig hier und lieben die Abwechslung am Kiekeberg. Und ganz besonders das innovative Agrarium."
Hell und freundlich empfängt die Ausstellungswelt die Besucher an einem trüben Novembertag mit vielen ungewöhnlichen Erkenntnissen und Exponaten. Zum Beispiel gibt es eine Pommes-Schneidemaschine, eine Wellness-Bürste für Rinder und eine Modell-Kuh zum Selbermelken. Regelmäßig wird die Ausstellung erweitert. Heike Duisberg-Schleier, Leiterin des Agrariums, verdeutlicht: "Mit dem Agrarium haben wir eine Besonderheit am Kiekeberg: Wir greifen aktuelle Debatten auf. Ob Heidewasser, Wolf oder Lebensmittelzusätze - wir bringen Gesprächspartner mit konträren Ansichten an einen Tisch und beteiligen das Publikum."
Vergangenheit und Gegenwart zeigen sich nicht nur in den hochkarätig besetzten Diskussionsforen. Vielschichtige Einblicke bieten Dauerausstellung, Aktionstage, Führungen und Kurse. Im kommenden Jahr zeigt es die Sonderausstellung "Zwischen Krume und Knust - Deutsche Brotkultur" (10. Februar bis 23. September 2018).
Eine gute Gelegenheit zum Verweilen bietet das Rösterei-Café "Koffietied" im Agrarium: Hier werden sortenreine Kaffees vor den Augen der Besucher in einem Trommelröster von 1932 geröstet. Im Café gibt es sie als traditionellen Kaffee oder als moderne italienische Variante, dazu Tee und Selbstgebackenes. Kaffeeröster Thomas Stühlke sagt: "Bei uns können Gäste mit allen Sinnen genießen - sie schmecken die hohe Qualität der handwerklichen Herstellung. Und schließlich nehmen viele ihren Kaffee auch mit nach Hause." Das Rösterei-Café hat an den Museumstagen geöffnet - und verströmt den Duft von Kaffee im Agrarium.
"Bekannt ist das Agrarium selbstverständlich auch für seine historischen Traktoren, Motorpflüge, Dresch- und Dampfmaschinen", sagt Museumsdirektor Stefan Zimmermann. "Mit den 30 historischen Schleppern sind wir in den Fachkreisen in ganz Deutschland bekannt." Erwachsene und Kinder begeistern die alten Landmaschinen wie auch die Mitmach-Stationen. "Wir haben eine moderne Mähdrescher-Kabine, in der Besucher Mähdrescher fahren können", erklärt Heike Duisberg-Schleier. "Ganz neu ist unser beliebter Rütteltrecker, der das Fahrgefühl von 1955 täuschend echt simuliert. Da sind auch Erwachsene gerührt und erinnern sich an früher." Sabine Bertram nutzt die Chance: Als Kind in der Stadt aufgewachsen, ist es ihre "erste Fahrt" auf einem alten Trecker.