Schmiererei an Marmstorfer Kirchenkreuz
Marmstorf. „Schlepper“ steht seit gestern in grauen Buchstaben an das große rote Kreuz vor der Marmstorfer Auferstehungskirche in der Elfenwiese geschmiert. Auch an der Tür des Pfarrhaus gab es eine Schmiererei. „666“ stand dort – jene Zahl, die sich in der Offenbarung des Johannes in der Bibel findet und die laut Okkultisten die Zahl des Antichristen ist.
Was die Schmiererei auf dem Kreuz bedeuten soll? Darüber lässt sich nur rätseln. „Schlepper könnte eine
politische Meinung sein und sich darauf beziehen, dass die Kirche einen Flüchtlings-Rettungskreuzer unterstützt“, so Marmstorfs Pastor Thomas von der Weppen auf Nachfrage von besser-im-blick. Die Evangelische Kirche setzt Rettungsschiff Sea Watch 4 im Mittelmeer zur Rettung von Flüchtlingen ein. „Man kann ja darüber reden – aber man sollte eben reden und nicht so was“, findet von der Weppen.
Wir sind offen für Diskussionen
„Wir sind offen für solche gesellschaftliche Diskussionen“, sagt von der Weppen. Aber wenn sich niemand zu erkennen gebe, mit dem man diskutieren könne, dann sei das schwer. „Das ist feige.“ Hauptsächlich findet er die Schmiererei ärgerlich. „Viele Leute erfreuen sich an dem Kreuz und nun diese Schmiererei.“
Die Zahl an der Wohnungstür hat Thomas von der Weppen schon entfernt. Der „Schlepper“ auf dem großen roten Kreuz vor der Kirche ist schwerer abzubekommen. „Wir werden es wahrscheinlich überstreichen.“
Kein Zusammenhang mit Schmiererei in Heimfeld ersichtlich
Einen Zusammenhang mit der Schmiererei an dem Pflegen & Wohnen-Pflegeheim An der Rennkoppel in Heimfeld
ist nicht ersichtlich. Dort hatte ein angetrunkener Mann am Neujahrsmorgen „I‘d rather die of Corona than live in social coma“ sowie einige Anarcho-Zeichen an eine Wand geschrieben. Übersetzt heißt das: „Lieber sterbe ich an Corona als an sozialem Koma“. Besonders zynisch ist dieser Spruch auch deshalb, weil in dem Heim viele Bewohner*innen an Corona gestorben waren.