Neue Ziegel, neue Farbe und beheizte Kirchenbänke: St. Gertrud in Altenwerder wird saniert
Altenwerder. Seit mehr als 20 Jahren steht nur noch sie und erinnert an das rund 750 Jahre alte Fischerdorf Altenwerder: Die St. Gertrudkirche, die nach langem Kampf verschont wurde, als der Ort für den Containerterminal um die Jahrtausendwende platt gemacht wurde. Sie wird auch die „Kirche ohne Dorf“ genannt. Heute gehört die Kirche zur Thomasgemeinde.
Jetzt wird die Kirche saniert. Das Gerüst an der Außenmauer steht schon. Die Hamburg Port Authority (HPA) als Eigentümer lässt die Fassade erneuern. „Es werden defekte Steine ausgetauscht und die Dacheindeckung erneuert“, berichtet Bernd Meyer, Vorsitzender des „Verein zur Förderung und Erhaltung der St. Gertrudkirche Altenwerder e.V.“, kurz: „Förderverein Altenwerder“. „Das ist gar nicht so leicht, denn wegen des Denkmalschutzes muss alles genau passen.“ Und so liegen in der Kirche Musterziegel, bei denen geschaut wird, ob sie die richtigen für St. Gertrud sind.
Außerdem wird die Heizungsanlage mit einer Wärmepumpe erneuert. Dazu wird ein separates Technikgebäude entstehen. Und wenn alles fertig ist wird es auch beheizte Kirchbänke geben.
Auch der Förderverein trägt einiges zur runderneuerten Kirche bei. „Wir lassen die Kirche komplett neu streichen“, berichtet Bernd Meyer. „Die Grundfarbe bleibt dabei erhalten. Denn die halten wir für zeitlos.“ Vor rund 60 Jahren gab es das bisher letzte Mal neue Farbe für den Innenraum von St. Gertrud. Damals hatte ein Schwelbrand die Kirche in Mitleidenschaft gezogen.
Aufgrund der Arbeiten finden aktuell keine Gottesdienste und andere Veranstaltungen in der Kirche statt. Die Planung sieht so aus, dass bis Ende des Jahres alles fertig sein soll. „Ob wir allerdings schon Heiligabend wieder hier einen Gottesdienst feiern können, ist fraglich“, sagt Bernd Meyer. Bis das wieder möglich ist, können die Kirchgänger in die Thomaskirche in Hausbruch gehen. Dort beginnen die Gottesdienste in der Regel um 11 Uhr.
„Zur Wiedereröffnung werden wir ein großes Fest veranstalten“, freut sich Bernd Meyer auf den Tag, an dem das Werk vollendet sein wird. „Dann finden auch wieder der Altenwerder Klönschnack und die Konzerte statt.“
