Der „Alte Gelbe“ lebt wieder: Kulturkran löscht Ladung der Avontuur
Harburg. Harburgs Hafenbarde Werner Pfeifer hat ihn in einem seiner Songs verewigt. Den "Alten Gelben" am Lotsekai nannte er ihn in seinem Lied „Der gelbe Kran“. Schlaff blieb er da, der Kulturkran.
Aber am Freitag, da begann der alte Liebherr-Portaldrehkran wieder zu leben und sich zu drehen. Zu ächzen und zu heben – seiner ursprünglichen Bestimmung nachzukommen.
Denn am Morgen hatte die Avontuur der Timbercoast Ltd. am Lotsekai angelegt. Beladen mit Kaffee war der stählerne Frachtsegler (gebaut 1917) in den Harburger Binnenhafen eingelaufen. Und nun musste die Ladung gelöscht werden.
Und da kam der alte Kran der Firma Mulch zu seinem Einsatz. Denn der 1972 gebaute Kran ist spezialisiert für den schnellen Schüttgut-Umschlag und ausgerüstet mit einer Waage. 2006 wurde er vor der Verschrottung gerettet und zum Kulturkran. Der Verein Museumshafen Harburg hat sich des „alten gelben“ angenommen. “Erhalt durch Betrieb” ist das Motto dabei.
Und das wurde am Freitag in die Tat umgesetzt. Die Avontuur hatte unter anderem 60t Rohkaffeebohnen aus Honduras und Nicaragua geladen, die nach dem Löschen sofort von den Kaffee-Unternehmen in Empfang genommen und ins Lager gefahren wurden. 60 freiwillige Helferinnen und Helfer gaben ihr Bestes, um die 69kg-Säcke mit Kaffee in die Netze zu legen, damit der Kran sie an Land hieven konnte- rund 100 Mal. Die Freiwilligen-Organisation umfasst – neben der Versorgung und coronamäßigen Einteilung - Tallyleute (die die Ladung zählen), Anschläger, Kranführer, Staplerfahrer....und die vielen Stauer (die Sackschlepper) – alles für den Ablauf dieser Art von Stückgut-Umschlags Notwendige, war vor Ort.
Marcus Ehrich, einer der Kranführer, zeigte sich begeistert: „Das ist ja mal was Anderes. Spannende Kran- Arbeit – macht richtig Spaß!“ Auch für Gorch von Blomberg, Kranführer und Organisator, war dies ein besonderer Tag „So haben wir uns das immer vorgestellt:
Schau-Kranen mit Ware, die wie für unseren Kran gemacht ist“, freute er sich.
Am Nachmittag kam es dann noch zu einer wahrhaft malerischen Begebenheit: Drei Mitarbeiter des Arpshof kamen aus Dierstorf vorbei. Mit dabei hatten sie zwei Esel. Mit denen holten sie ein Fässchen Weißwein aus der Karibik ab, um es auf ihrem Demeter-Hof zu verkosten. Im Austausch gab es selbstgebackenes Baguette.
