Gibt es noch Rettung für die denkmalgeschützte Hilke Likörfabrik?
Harburg. Kommt jetzt doch noch die Rettung für die denkmalgeschützte ehemalige Hilke Likörfabrik in der Straße Am Karnapp im Harburger Binnenhafen? Wie die Bezirksfraktion Die Linke durch eine kleine Anfrage herausgefunden hatte, hatte Eigentümer Arne Weber und die Firma HC Hagemann entgegen anderslautender Bekundungen sowohl aus dem Unternehmen als auch aus dem Bezirksamt (Abendblatt berichtete) schon im September einen Abrissantrag gestellt. „Seit Jahren haben Herr Weber und die Firma HC Hagemann das denkmalgeschützte Gebäude verfallen lassen und nun scheinen sie sich sicher, dass die Hilke Likörfabrik so marode ist, dass sie nur noch abgerissen werden kann“, ärgert sich Heiko Langanke, Mitglied der Bezirksfraktion der Linken. Für ihn ist das Verhalten auch eine Kehrtwendung in der Entwicklung des Binnenhafens: „Was am Anfang der Entwicklung des Harburger Binnenhafens – auch durch die Initiative von Herrn Weber – gemacht wurde, nämlich die Einbindung der Hafen- und Industriegebäude, ist nun offensichtlich als Leitlinie der architektonischen Entwicklung aufgegeben worden“, so Heiko Langanke. „Erste Anzeichen waren schon Webers ‚Goldfisch‘ und der Hamburg Innovation Port in der Blohmstraße.“
Hinter der Untätigkeit von Weber und HC Hagemann vermutet die Linke eine Taktik. „Statt einer vernünftigen Entwicklung und Erhalt denkmalgeschützter Gebäude ist anscheinend der Grundstückspreis im Binnenhafen zu attraktiv geworden für die Bauunternehmer“, so Jörn Lohmann, Fraktionsvorsitzender der Linken.
Nun allerdings schein Bewegung in die Sache zu kommen. Auf der Sitzung der Begleitgruppe Binnenhafen am Mittwoch kündigte Harburgs Baudezernent Jörg Penner an, dass die Stadt das Gebäude erhalten möchte und nach einem neuen Angebot ernsthaft mit Weber verhandeln möchte. Zahlreiche Anwohner aus dem Binnenhafen und eine Wohnraum-Initiative hatten vorher dagegen protestiert, dass dieses denkmalgeschützte Gebäudeensemble über Jahre verfällt und die Abrisserlaubnis beantragt wurde. Im Januar 2020 wollen Bezirksamt, Behörde und Weber erstmals über den Rückkauf durch die Stadt verhandeln.