Jubiläum: Der Bostelbeker Sport-Verein feiert sein 100-jähriges Bestehen
Harburg-Bostelbek/Heimfeld. Es war das Jahr 1922, als die sportbegeisterten Teile der Bewohner der damals neu gegründeten Siedlung Bostelbek einen eigenen Sportverein gründeten. Das war die Geburtsstunde des Bostelbeker Sport-Vereins (BSV).
Während über die Zeit vor 1946 nur wenige Zeugnisse in Form von Fotografien verblieben sind, ist die Zeit nach der Neugründung 1946 gut dokumentiert. Stätte der Heimspiele des Vereins war bis Mitte der 1950er-Jahre ein Sportplatz in Bostelbek, den die Siedler nach der Gründung des Vereins auch selbst angelegt hatten. Nachdem in der Zeit des nationalsozialistischen Regimes ab 1933 der Sportbetrieb sukzessive eingestellt worden war, gründeten die BostelbekerInnen ihren Verein 1946 neu.
Nachdem der alte Bostelbeker Sportplatz Mitte der 1950er-Jahre der Erweiterung des Mercedes-Werks weichen musste, verlagerte sich der sportliche Mittelpunkt des Vereins auf die Sportanlage Alter Postweg in Heimfeld. Mittlerweile ist der Sportplatz also seit nahezu 70 Jahren die sportliche Heimstätte des Vereins. Seit 1995 steht das Vereinshaus in Bostelbek, so dass auch die Verbindung zu den eigenen Wurzeln nach wie vor besteht.
Auf diesem Sportplatz feierte der Verein Erfolge, die die 1. Herrenmannschaft zeitweilig bis in die Landesliga führten. Zugleich war er aber immer auch Schauplatz kleinerer oder größerer Dramen. Aktuell spielt die 1. Herrenmannschaft des BSV nach dem Abstieg im vergangenen Jahr in der Kreisklasse A.
Weniger bekannt mag sein, dass der Verein ein Vorreiter im Frauenfußball war. Bereits Anfang der 1970er-Jahre nahm ein Bostelbeker Frauenteam an dem Turnier um die erste Hamburger Meisterschaft teil. Bis Mitte der 1980er-Jahre spielte das Team in der Landesliga und erreichte 1985 das Hamburger Pokalfinale auf der Jahnhöhe gegen FSV Harburg.
Der langjährige Vereinsvorsitzende Frank Geiling sagt: „Unser Verein hat eine bewegte Geschichte. Wir sind stolz darauf, dass wir als kleiner, ehrenamtlich geführter Verein mit etwa 300 Mitgliedern die Untiefen dieser 100 Jahre überstanden haben und auch ohne Fusion mit anderen Vereinen unseren Namen und unsere Farben weitertragen können. Wir sind stolz auf unsere Wurzeln in Bostelbek und stolz darauf, ein Stadtteilverein in Heimfeld zu sein, der vor allem auch Kindern und Jugendlichen eine Heimat bietet.“
Den 100. Geburtstag feiert der Verein zunächst mit einem Spiel der Bostelbeker Jubiläums-Elf am Freitag, 22. Juli, ab 19 Uhr gegen die Traditions-Elf des FC St. Pauli. Am Sonntag, 24. Juli, wird es dann im Vereinshaus in Bostelbek, Am Radeland 61, einen Sektempfang mit geladenen Gästen aus benachbarten Vereinen, Fußball-Verband, Verwaltung, Politik und Mitgliedern des Vereins geben.