Monolith ist wieder da mit Bekennerschreiben – Schützengilde soll auf ihn aufpassen

Am Tag der Heiligen Drei Könige war die mysteriöse Metall-Stele auf einmal wieder da: Vor dem Gildehaus auf dem Schwarzenberg. | Foto: Niels Kreller

Harburg. Nun hat die Harburger Schützengilde den Schwarzen Peter. Oder den Salat. Oder den mysteriösen Monolithen. Je nachdem, wie man es sehen will. Denn die Metall-Stele, die am 12. Dezember in Harburg auf dem Schwarzenberg aufgetaucht war, dann sehr schnell von der Polizei umgerissen wurde, dann von irgendjemandem wieder aufgerichtet wurde und dann ganz verschwand (besser-im-blick berichtete: Mysteriöse Stele: Auf einmal stand sie wieder), ist wieder da. Heute Nachmittag, am Tag der Heiligen Drei Könige, tauchte sie wieder auf: Im sanften Treiben der Schneeflocken stand sie auf einmal vor dem Gildehaus auf dem Schwarzenberg.

Und nicht nur das: An der Stele fand sich ein „Bekennerschreiben“, adressiert „An die Beschützer Harburgs“ -  die Harburger Schützengilde. Das vergangene Jahr, so die Bekenner, habe uns global und lokal mit unbekanntem konfrontiert. Wie diesem „Exponat“. Rund um den Globus seien sie aufgetaucht und keiner der Orte sei zufällig gewählt worden und kein Zeitpunkt ungeplant. „Die Zerstörung dieses Monument hingegen war nicht gewollt“, verurteilen die Bekenner die Tat der Polizei.

Deshalb würden die Bekenner die Schützengilde nun auffordern, ihrer Pflicht nachzukommen: „Dem Schutz Harburgs, seiner Bürger und Insignien“ und deshalb dieses2021 01 06 monolith1 „Denkmal an die Herausforderungen des Jahres 2020“ zu bewahren. Und zwar dort, wo sich „vor 111 Jahren versprochen wurde Tradition und Insignien der Stadt Harburg zu schützen.“ Zu dieser Kuriosität möge sich „genau heute“ verpflichtet werden. „Wir sind nicht von Netflix“ schließen die Bekenner ihr Schreiben und spielen damit auf Vermutungen an, der Streamingdienst Netflix könnte für die Monolithen verantwortlich sein.

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Von der Harburger Schützengilde war Sven Ritter, 3. Kapitän der Deputation (Vorstand), vor Ort, der über das Auftauchen der Stele informiert worden war. Verblüfft betrachtete er die Stele. „Jetzt müssen wir erst einmal den Monolithen beschützen“, so Ritter. „Wer auch immer den hingestellt hat, hat ihn auf alle Fälle nicht festgemacht.“ Letztes Mal sei die Polizei ja sehr agil gewesen und habe den Monolithen mit roher Gewalt umgelegt. Dabei habe sich die Polizei da wohl vertan, denn der Monolith sei nicht wackelig gewesen, sondern sehr fest gewesen.

Eine Idee, von wem die Stele kommt, hat auch Sven Ritter nicht. Aber jetzt sei er aber wackelig. „Wir sichern ihn deshalb weg, ehe die Polizei kommt und ihn kaputt macht und wegträgt“, so Ritter weiter. Schließlich stehe die Stele ja auch auf dem Grund und Boden der Harburger Schützengilde.