Shantychor "De Tampentrekker" trauert um Gründungsmitglied Rudfried Villwock
Harburg. Seine Familie und der weit über die Grenzen Hamburgs bekannte Harburger Shantychor „De Tampentrekker“ haben einen herben Verlust zu beklagen: Sein Gründer und Ehrenvorsitzender Rudfried Villwock ist vor wenigen Tagen gestorben. Rudfried Villwock war Gründer und Ehrenvorsitzender des im gesamten Hamburger Raum beliebten Shantychores „De Tampentrekker“. Er hat im Alter von 90 Jahren seine letzte Reise angetreten.
Im Jahre 1976 beschlossen er und eine Handvoll Bundeswehr-Reservisten in der Steiermark, einen Shantychor zu gründen. Dieses Vorhaben wurde gleich nach der Rückkehr in Harburg umgesetzt. Rudfried Villwock war als Schlagzeuger und Sänger natürlich mit von der Partie. Die wichtigste Funktion jedoch war die des Vorsitzenden, die er viele Jahre lang richtungweisend ausübte. Er führte den Chor durch großartige Zeiten, konnte allerdings auch manche Zerreißproben klug umschiffen.
Unter seiner Ägide fanden viele Reisen durch unterschiedliche Gebiete in Deutschland und im Ausland statt. Unvergessen sind die Stationen Cork/Irland (1992) und Ehrenhausen/Steiermark. Der Chor entwickelte sich während seiner straffen Führung zu einer sogar deutschlandweit bekannten Größe. Natürlich zählen Auftritte vor Tausenden von Zuschauern wie beim „Tattoo“ in der Barclaycard-Arena oder im O2-Eishockey-Stadion zu den Hamburger Höhepunkten.
Auftritte in Funk und Fernsehen blieben nicht aus, so 2016 ein einstündiges Interview bei 90,3, zusammen mit dem Pressesprecher, dann mit dem gesamten Chor zweimal bei DAS auf dem Roten Sofa sowie ungezählte Male vor dem Fenster des Schellfischpostens bei „Inas Nacht“.
Nach seinem grandiosen Abschied auf der Bühne in Ehrenhausen konnte Rudfried seine „Klöppel“ doch noch nicht endgültig aus der Hand legen und half immer mal wieder mit den Rhythmusinstrumenten und den Bongos aus. Nicht zu vergessen sind seine einmaligen, hoch emotionalen Moderationen auf der Bühne. Als er sich aus gesundheitlichen Gründen ganz aus der aktiven Teilhabe zurückzog, nahm er, da sein Herz so innig am Chor hing, bis zuletzt ständig mit wachen Sinnen an den Übungsabenden teil.
Als Statistiker war er ohnehin unverzichtbar. Wenn Fragen über die Historie der Tampentrekker zu beantworten waren, war Rudfried die wichtigste Anlaufstelle. Mit Rudfried verliert der Chor eine hoch geschätzte Persönlichkeit, die an allen Ecken und Enden fehlen wird. Das Mitgefühl all seiner Mitstreiter gilt seiner Familie, die sich alle Zeit auch als Tampentrekker-Freunde fühlte.