Die DRK-Erstaufnahme Geutensweg in Neugraben-Fischbek. ist geschlossen
Neugraben-Fischbek. Vor wenigen Tagen war hier noch Betrieb, jetzt klingt nur das Echo der Schritte in der leeren Halle nach. Die letzten Bewohner der DRK-Erstaufnahme am Geutensweg in Neugraben-Fischbek, die das Harburger Rote Kreuz im September 2015 eröffnet hatte, sind ausgezogen. Am Freitag bedankte sich der DRK-Kreisverband bei den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern mit einer Feier in der Einrichtung.
Von der Balustrade, auf der sich die Büroräume befanden, blickt man auf die jetzt leer stehenden so genannten „Compartments“. In den mit Leichtbauwänden abgetrennten Räumen haben jeweils bis zu 16 Menschen gewohnt und in Doppelstockbetten geschlafen.
Knapp 500 Personen waren durchgängig in der Halle untergebracht, bis zu 250 Bewohner kamen zudem in den Containern unter, die auf dem früheren Parkplatz vor dem Eingang aufgestellt wurden. Vom ersten Tag an war Sascha Thon am Geutensweg mit dabei, zunächst als Stellvertreter der Leiterin Dieta Brandt, seit ihrem Wechsel Mitte Februar in die Erstaufnahme Neuland I in der Funktion des Leiters.
Der 37-Jährige ist Islamwissenschaftler, kann sich auch auf Arabisch und Farsi verständigen. „Es ging für uns von Anfang an darum, den Flüchtlingen auf Augenhöhe zu begegnen. Der hier in der Einrichtung gegründete Bewohnerrat hatte Vorbildcharakter. Das hat auch die Politik wahrgenommen, so wurden wir zum Beispiel auch in den Deutschen Bundestag eingeladen“, blickt er zurück.
Als die ersten Flüchtlinge am 22. September 2015 in die Halle kamen, hatte der Kreisverband nur wenige Stunden Zeit gehabt, um den ehemaligen Baumarkt vorzubereiten und auszustatten. Unterstützt wurden das DRK-Team dabei von Nachbarn und Ehrenamtlichen, die in der Bürgerinitiative „Willkommen in Süderelbe“ zusammengeschlossen waren. Innerhalb eines Tages hatten die Helferinnen und Helfer ein Kleiderlager aufgebaut.
Gemäß der Pläne der Stadt Hamburg sind die Bewohner nun in andere Unterkünfte umgezogen. Für die meisten von ihnen war es kein weiter Weg: Sie leben jetzt direkt gegenüber in der Folgeunterkunft Am Aschenland und Am Röhricht. Die letzten 23 von ihnen haben Anfang der Woche gepackt und sind nun in Erstaufnahmen im Norden Hamburgs untergebracht.