Spender gefunden: Typisierungsaktion in Harburg hatte Erfolg
Harburg. Die Typisierungsaktion zur Knochenmarkspende vor knapp einem Jahr am 15. Dezember 2016 in der ElbLoge (besser-im-blick berichtete: Hilfe für Stephan: 321 neue Stammzellenspender!) hat einen Erfolg gebracht: Am Dienstag bekam Organisator Stephan Leonhard einen Anruf von der DKMS aus Köln. Aus den 351 Typisierungen, die an diesem Tag erfasst wurden, gab es in der vergangenen Woche einen Treffer: Ein Stammzellspender aus der Aktion hat seine Stammzellen einem Blutkrebskranken in Frankreich gespendet.
Stephan Leonhard, der selbst an Leukämie erkrankt war, konnte schon im Januar eine Spende bekommen. Und da die Stammzellen gut anwuchsen und alle Bestandteile des Blutes in fast ausreichender Anzahl produzierten, konnte er schnell wieder nach Hause und auch die ambulante Therapie lief gut. Auch wenn die Zeit nach der Transplantation kräftezehrend war. „Man schläft viel, ist grundsätzlich immer müde, friert schneller und hat auch Einbußen was Kraft und Ausdauer angeht. Ich bin mit 74kg aus der Transplantation raus und wog zwischenzeitig nur 56 kg. Jetzt bin ich auf 67 kg und versuche diesen Wert zu halten“, berichtet Stephan Leonhard. Rund 15 Tabletten musste er in den ersten drei Monaten täglich nehmen.
Aber Stephan Leonhard ließ sich nicht unterkriegen und wurde schnell wieder aktiv: „An Tag 126 nach der Transplantion bin ich zwangsläufig wegen fehlendem Auto das erste Mal mit dem Rad gefahren. Oben von Heimfeld, runter nach Wilstorf zu meiner Krankenkasse und wieder zurück.“ Denn aufgrund der Medikamente, die das Immunsystem künstlich nieder gehalten, damit die neuen Stammzellen nicht abgestoßen werden, durfte Stephan Leonhard den öffentlichen Personennahverkehr nicht nutzen. „Nachdem die vor 2 Monaten abgesetzt wurden, geht es auch deutlich besser.“ Nun macht er Reha Sport und versucht jeden Montag mit einer kleinen Gruppe im Wald schnell spazieren zu gehen. Um die 15 Kilometer sind das jedes Mal und auch Radtouren von 40 Kilometern sind kein Problem mehr. „Trotzdem merke ich solche Anstrengungen, meist am nächsten Tag, da hänge ich dann durch und komme schwer aus dem Bett, früh aufstehen ist dann echt anstrengend.“
Dass die Aktion im vergangenen Dezember solch einen Erfolg hat, gibt zusätzlich Auftrieb. „Mit diesen einen Menschenleben, was dadurch gerettet werden konnte, hat sich all unser Aufwand gelohnt. Ich hoffe der Empfänger übersteht die restliche Therapie unbeschadet und kann bald wieder sein normales Leben leben“, freut sich Stephan Leonhard. „Deshalb gilt noch einmal unser Dank an alle die sich irgendwie an der Aktion beteiligt haben.“