5. Harburger Nachhaltigkeitspreis: Sieg für das Projekt „Slope Farming in Arba Minch, Äthiopien“
Harburg. Am vergangenen Freitag ist im Harburger Rathaus der mit 2.000 Euro dotierte Harburger Nachhaltigkeitspreis verliehen worden. Nach der Eröffnung der Veranstaltung durch Jürgen Marek überreichte Birgit Rajski, die Vorsitzende der Bezirksversammlung
Harburg, die Preise.
Rund 100 Gäste waren in das Harburger Rathaus gekommen, um an der Verleihung des 5. Harburger Nachhaltigkeitspreises teilzunehmen. Nach der Begrüßung der Gäste betonte Jürgen Marek, Lenkungsgruppenmitglied von HARBURG21, dass unsere Zukunft von unseren heutigen Entscheidungen abhängt. "Viele sagen, wir hätten keine zweite Erde und deswegen auch keinen Plan B für unsere Zukunft. Fakt ist, wir haben auch keinen Plan A. Der Bezirk Harburg sucht Bürgerinnen und Bürger mit innovativen Ideen für morgen. Dafür steht gerade auch der Harburger Nachhaltigkeitspreis."

Nach der Begrüßung stimmte die russische Sängerin Iri Antler mit gefühlvollen Liedern von Adele, Tori Amos, Placebo und eigenen Songs die Besucher auf die Präsentation aller Bewerber und auf die Preisverleihung ein. In einer PowerPoint-Präsentation stellte Dr. Chris Baudy, Bildungspartner für Nachhaltigkeit und Mitglied der Lenkungsgruppe von HARBURG21, die besonderen Leistungen aller Initiativen vor, die sich mit ihren Projekten beworben hatten.
Die insgesamt 20 Projekte kamen aus den Bereichen Entwicklungshilfe, Partizipation, Integration, Kommunikation, Natur, Ressourcen- und Klimaschutz sowie Produktion und Konsum. Dann stellte Birgit Rajski den Harburger Nachhaltigkeitspreis vor, gab die Gewinner bekannt
und überreichte gemeinsam mit Tülin Akkoc, der zweiten stellvertretenden Vorsitzenden der Bezirksversammlung, die Siegerurkunden und die Checks.
Der erste Preis in Höhe von 1.000 Euro ging an den Projektkoordinator Jan Wibbing der Technischen Universität Harburg (TUHH) für das Projekt „Slope Farming in Arba Minch, Äthiopien“. Es handelt sich um eine Kooperation zwischen TUHH-Studierenden und lokalen Akteuren zur modellhaften Regenerierung von Land- und Wasser-Ressourcen. Die vier Hektar große, stark erodierte und degradierte Fläche in Arba Minch soll landwirtschaftlich wieder nutzbar gemacht werden. Das Ziel ist die Schaffung von Ernährungs- und Wassersicherheit für die Menschen vor Ort und unter anderem die Bekämpfung klimabedingter Fluchtursachen. Das Slope-Farming-Projekt der TUHH überzeugte die Jury durch seine großen praktischen Auswirkungen für die lokale Bevölkerung und den großen Lerneffekt für die TUHH- Studierenden.

Den zweiten Preis in Höhe von 600 Euro nahm das Team vom Alexander-von-Humboldt-Gymnasium für das Projekt "Schülerfirma, umweltschonend produzierte Schulsachen und Fairtrade- Schokolade" freudig entgegen. Ziel ist es laut Schulleiterin Sabine Hansen und Kursleiter Thorsten Kruse, den Gedanken von Fairtrade und Ökologie den potentiellen Käufern fairer Produkte inhaltlich bekannt zu machen, zu verbreiten (beispielsweise bei Elternabenden oder Einschulungen) und per Verkauf und Einkauf in die Tat umzusetzen. Das Projekt fand die
Zustimmung der Jury durch seine Berücksichtigung der drei Nachhaltigkeits-Dimensionen Ökologie, Soziales und Ökonomie, durch die partizipative Einbindung von Schülern und Eltern und durch das Erreichen einer großen Personenzahl.

Mit der Vergabe des dritten Preises in Höhe von 400 Euro überraschte die Jury den "Kindergarten Schatzkinder" der Pedia GmbH am Rehrstieg in Neuwiedenthal. Das Projekt "Schutz von Wildbienen", das Kita-Kinder für einen bewussten Umgang mit Wildbienen und anderen Insekten
sensibilisieren möchte, zeigt laut Jury glaubhaft, dass die Umsetzung dieses hoch aktuellen Themas in der Kita sehr engagiert erfolgte und das damit verbundene intensive Erleben die Einstellung der Kinder zur Natur bleibend verändern dürfte.
Auf die Preisverleihung folgte die Würdigung der anderen 17 Bewerberinnen und Bewerber mit der Überreichung von Anerkennungsurkunden, fair gehandelten Rosen und der neuesten Ausgabe des Lynx-Magazins. Iri Antler sorgte mit einfühlsamen Liedern für einen stimmungsvollen Ausklang.
Der Abend endete mit Fingerfood der Bioinsel, dem liebevoll vorbereiteten biofairen Catering von Ingeborg Witton und mit anregenden Gesprächen in lockerer Runde.
Kooperationspartner der Veranstaltung war wie in den vergangenen beiden Jahren die Initiative HARBURG21, welche die Lokale Agenda 21 und das NachhaltigkeitsNetzwerk im Raum Harburg darstellt.