Königsessen der Schützengilde mit Überraschungen
Heimfeld/Marmstorf. Es war ein in vieler Sicht bemerkenswertes Königsessen, das die Harburger Schützengilde in diesem Jahr im Privathotel Lindtner in Heimfeld abhielt. Traditionell trafen sich dort kurz vor dem Vogelschießen die Deputation der Gilde und der amtierende Schützenkönig am Freitag mit geladenen Gästen, um einen geselligen und kulinarischen Abend zu verleben. In diesem Jahr war der Abend zu Ehren von Sven Kleinschmidt. Sein Königsjahr, in dem er die Gilde auf vielen Veranstaltungen repräsentiert hat, neigt sich nun langsam dem Ende entgegen.
Gilde-Geschichte live: Das erste Königsschild von Gründer Herzog Otto I höchstpersönlich
Sein Königsessen wird aber wohl noch für viele Jahre im Gedächtnis der Anwesenden bleiben. Denn Prof. Dr. Rainer-Maria Weiß, Direktor des Archäologischen Museums Hamburg und vor allem des Harburger Stadtmuseums/Helms-Museum, war mit einem ganz besonderen Schatz ins Lindtner gekommen: Dem ersten Königsschild der Schützengilde. 1528, im Jahr der Gründung durch Herzog Otto I zu Lüneburg/Braunschweig gegründet, hatte die erste Königswürde Herzog Otto selbst inne. Das fast 500 Jahre alte Schild ist sozusagen so etwas wie eine Gründungsreliquie, ein Gründungsdokument, der Harburger Schützengilde von 1528, die im Helms-Museum verwahrt wird.
Zwei TUHH-Präsidenten auf einmal
Und noch eine weitere Besonderheit konnte das diesjährige Königsessen vorweisen. Denn zum ersten Mal waren sowohl ein amtierender Präsident der Technischen Universität Hamburg-Harburg, Prof. Dr. Hendrik "Ed" Brinksma, als auch sein Vorgänger, Prof. Dr. Garabed Antranikian, anwesend.
Jochen Wienand ist der älteste „Königsesser“
„Dienstältester“ Teilnehmer am Königsessen ist übrigens kein Gildeschütze. Denn die meisten Teilnahmen an diesem Event hat wohl Jochen Wienand vorzuweisen. 25 Mal war der langjährige Vorsitzende des Wirtschaftsvereins für den Hamburger Süden an dem Event mit dabei. Und bei seinen 25 Teilnahmen hat Wienand dann auch oft die Dankesrede der „Schwarzen“ (also der „Zivilisten“ im schwarzen Smoking) an die „Grünen“ (die Schützen in ihrem grünen Smoking) gehalten, mit der sich die Gäste traditionell im Anschluss an das Essen für die Einladung bedanken.
Kaffeekränzchen der „Depu-Damen“
Schon am Nachmittag hatte Kleinschmidts Lebensgefährtin Angela Bockelmann die Frauen der Deputierten der Gilde zum bis in den späten Abend hinein verlängerten Kaffeekränzchen geladen. Ihnen wurde auch als erste das Königsschild von Sven Kleinschmidt präsentiert, das bald die Königskette der Gilde zieren wird. Auf ihm sind symbolhaft die Dinge zu sehen, die Kleinschmidts Leben geprägt haben: Sein Haus, sein Beruf als Sargträger, sein Heimatschützenverein Marmstorf, sein Schießclub Scharnhorst und seine sportliche Liebe, der HSV. Das schmucke Schild fand dann auch die Zustimmung der Anwesenden und nun steht der Anbringung an der Königskette nichts mehr im Wege.
Und auch hier gab es ein Novum. Denn zum ersten Mal gab es für die Damen eine Service-Kraft für den Abend: Johannes „Jojo“ Tapken, ein guter Freund von Sven Kleinschmidt und wie dieser im Schießclub Scharnhorst, bediente in schmucker Schürze die lustige Runde.