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Ungebrochen solidarisch – Harburgs 1. Maidemo im Zeichen von Karstadtschließung, Tarifauseinandersetzung und Krieg

| Niels Kreller | Politik
Rund 200 Menschen kamen am 1. Mai zur DGB-Demo nach Harburg. | Foto: Niels Kreller
Rund 200 Menschen kamen am 1. Mai zur DGB-Demo nach Harburg. | Foto: Niels Kreller

Harburg. Rund 200 Teilnehmer zählte die diesjährige DGB-Demo zum 1. Mai, dem „Tag der Arbeit“ in Harburg. Viele aus den Gewerkschaften des DGB waren gekommen, aber auch aus Parteien wie der SPD, den Linken und den Grünen oder Initiativen.

Bei strahlendem Sonnenschein setzte sich der Demonstrationszug gegen 10:15 Uhr vom Rathausplatz aus in Bewegung, wo die Demo rund 20 Minuten später auch endete. Mit dbei waren neben dem Harburger DGB-Vorsitzenden Wolfgang Brandt, auch der Bundestags- und Wahlkreisabgeordnete Metin Hakverdi (SPD), Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen, der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Frank Maur, Karstadt-Betriebsratsvorsitzende Harburg Marcus Junker sowie die beiden Abgeordneten der Bürgerschaft Sören Schumacher (SPD), Britta Herrmann und Dr. Gudrun Schittek ( beide Grüne).

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Tarifstreit, Karstadtschließung und Krieg waren die beherrschenden Themen

Harburgs Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen sprach von den Herausforderungen, vor denen die Gesellschaft aktuell steht. | Foto: Niels KrellerIm Anschluss kamen die Reden. Als erstes sprach Harburgs Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen. „Wir sehen uns neuen Herausforderungen gegenüber“, begann die Bezirksamtsleiterin. Von den Auswirkungen vom Kriegen und Klimawandel sei jeder betroffen. „Der Krisenmodus scheint der Normalfall geworden zu sein.“ Da müsse man gegensteuern.

Als „schweren Schlag“ bezeichnete Fredenhagen die Schließung von Karstadt. Die in erster Linie wegen der Beschäftigten. „Wir äußern ihnen heute unsere Solidarität. Sie sind die Hauptbetroffenen auch der Fehlentscheidungen im Konzern.“ Nur gemeinsam könne man die Zukunft anpacken

Frank Maur, Vorsitzender der EVG, die sich gerade in Tarifauseinandersetzungen befindet, sprach nach Sophie Fredenhagen. „Die Preissteigerungen enorme Herausforderungen“, so der Gewerkschafter und hob den Beitrag der Gewerkschaften zur Linderung hervor: „Viele Entlastungen hätte es ohne Druck der Gewerkschaften nicht gegeben.“ Aber staatliche Mittel seien nur Notlösung - bessere Löhne wären das geeignete Mittel bei steigenden Preisen. Maur hob die Bedeutung von Tarifverträgen hervor. Tarif heiße höhere Löhne und mehr Urlaub.

DGB fordert diplomatische Lösung für ein Ende des Krieges

Zum Schluss ergriff Harburgs DGB-Chef Wolfgang Brandt das Wort. Er forderte, dass sich die Bundesregierung für eine diplomatische Lösung und ein Ende des Krieges gegen die Ukraine einsetze. Keine Seite könne militärisch gewinnen „Ein Ende des Krieges kann es nur am Verhandlungstisch geben.“ Die sei ist nur wann. „Wir fordern jetzt!“, so Brandt. Frieden gäbe es aber nur, wenn es ein tragbares Ergebnis für beide Seiten gebe. „Wir erwarten von der Regierung, dass sie über diplomatische Kanäle für Friedensgespräche wirbt um das Sterben zu beenden“, rief Brandt den Anwesenden zu. „Gemeinsam kämpfen wir für eine Welt ohne Krieg und Gewalt.“

Brandt hob auch die Bedeutung der aktuellen Streiks hervor. „Ohne Streik wären Tarifverhandlungen nur betteln.“ Kritik äußerte er an den Bezirkspolitikern, die gleich gefragt hätten, was mit dem Karstadtgebäude nach der Schließung geschehe anstatt danach was es für die Beschäftigten bedeute.

Abschließend erinnerte Brandt daran, dass am 2. Mai vor 90 Jahre die Nazis die Gewerkschaften zerschlagen hatten und viele Gewerkschafter inhaftiert, gefoltert und ermordet. Und daran, wie nach dem Sieg über den Faschismus das Hakenkreuz vom Gewerkschaftsgebäude entfernt wurde mit der Aufforderung, dass so etwas nie wieder geschehe.

Zum Ende der Veranstaltung sangen alle Anwesenden noch das Arbeiterlied „Brüder, zur Sonne“.

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