Flüchtlinge: Unterkünfte zu 98 Prozent ausgelastet
Harburg. Staatsrätin Petra Lotzkat, die die Unterbringung von Asyl- und Schutzsuchenden in Hamburg organisiert, hat sich mit einem dringenden Appell an die sieben Hamburger Bezirke gewandt. Angesichts der seit Jahresbeginn weiterhin hohen Zugänge sei es bisher nicht gelungen, ausreichend weitere Kapazitäten aufzubauen. Das gesamte System an Unterbringungen seit zu 98,0 Prozent (Stand am 20. März 2024) ausgelastet. Lotzkat bittet die Bezirke darum, alle jetzt erforderlichen Maßnahmen „nach allen Kräften“ zu unterstützen.
Die Lage hat sich nach Darstellung der Staatsrätin nicht nur durch den vermehrten Zustrom von Asyl- und Schutzsuchenden zugespitzt. Erschwerend sei hinzugekommen, dass nur befristet angemietete Unterkünfte auf Grund endender Verträge wieder geschlossen werden mussten. Allein von Ende März bis Mitte April müssten deshalb weitere 870 Plätze ersetzt werden.
In Absprache mit den Leitungen der sieben Bezirksämter sind jetzt Notmaßnahmen geplant. So werden an bestehenden Standorten Möglichkeiten geprüft, wintertaugliche Zelte wie am ehemaligen Fegro-Markt an der Schlachthofstraße aufzustellen. In Frage kommen auch öffentliche Parks und Festplätze sowie weitere Gewerbehallen. Hamburgweit sollen mit 25 Zelten zusätzliche 250 Plätze geschaffen werden. Insgesamt werden in Hamburg zurzeit 47.300 Personen untergebracht– ein historischer Höchststand.
Im Bezirk Harburg ist zurzeit nur die Unterkunft Quellmoor in Neugraben mit 216 Plätzen in Vorbereitung. Ob das ehemalige Verwaltungsgebäude der Firma Hansewerk Natur – einst HeinGas – an der Straße Am Radeland noch als Unterkunft genutzt werden soll, ist zurzeit offen. Die Sozialbehörde hatte 2023 lediglich bestätigt, dass sie die Immobilie prüft. Zugleich fordert sie jetzt auch private Eigentümer auf, Angebote zur Nutzung ihrer Immobilie als Unterkunft zu machen.
