Bundestagswahl: So haben Harburg Stadt & Land gewählt
Harburg Stadt&Land. Die Bundestagswahl ist gelaufen, die Ergebnisse stehen fest. Auch in Harburg Stadt & Land. Und dort sorgte die Sozialdemokratin Svenja Stadler für eine
Sensation: Im Landkreis, der eigentlich fest in CDU-Hand ist (seit 1980 war es nur Monika Griefhahn 1998 beim Wechsel Kohl zu Schröder gelungen, den Wahlkreis für die SPD zu gewinnen), konnte sie sich gegen den Mandatsinhaber und immerhin Ersten Parlamentarischen Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Michael Grosse-Brömer, durchsetzen. Am Ende stimmten 31 Prozent der Wählerinnen und Wähler für Stadler – ein Plus von 3,6 Prozent zu 2017. 29,1 Prozent gaben Grosse-Brömer ihre Stimme – ein sattes Minus von 11,5 Prozent. Der wird über die Landesliste der CDU wieder in Berlin vertreten sein.
| Kandiat/In | Prozent |
| Michael Grosse-Brömer (CDU) | 29,1 |
| Svenja Stadler (SPD) | 31 |
| Nino Ruschmeyer (FDP) | 9 |
| Henning Schwieger (AfD) | 6,9 |
| Nadja Weippert (Grüne) | 15 |
| Joachim Kotteck (Linke) | 2,6 |
Wahlbeteiligung: 80,1 Prozent
„Ich bin ja mit meiner Rede im Oktober vergangenen Jahres damit angetreten, dass ich das Direktmandat holen will, da wir uns das verdient haben“, so Svenja Stadler gegenüber besser-im-blick. „Aber streckenweise dachte ich, ob das nicht ein bisschen hochgegriffen war. Als der Wahlkampf dann richtig anfing und ich mit den Menschen gesprochen habe, da habe ich gemerkt, dass das möglich ist.“ Am Wahlsonntag selbst sei es so gewesen, berichtet Stadler, dass sie die Zeit auf dem Fußballplatz mit ihren beiden Kindern zugebracht hätte. die beide ihre hätten Spiele gewonnen hätten. „Und da habe ich gedacht: Jetzt muss ich das Triple nach Hause bringen.“ Das habe dann ja auch geklappt. „Ich danke allen Wählerinnen und Wählern“, so die glückliche Wahlkreisgewinnerin. „Ich hatte aber auch ein starkes Team hinter mir. Flyer verteilen, Infotische – bei Hitze und bei Regen. Da konnte man nur gewinnen.“
Auch bei den Zweitstimmen wandelte sich das Ergebnis deutlich zu Gunsten der Sozialdemokratie. Ein Plus von 7,1 Prozent im Vergleich zu 2017 bescherte ihnen 29,1 Prozent, während die CDU auch hier ein sattes Minus von 11,2 Prozent wegstecken musste.
| Partei | Prozent |
| CDU | 24,8 |
| SPD | 29,1 |
| FDP | 12,7 |
| AfD | 7,3 |
| Grüne | 16,7 |
| Linke | 2,9 |
| Wahlbeteiligung: 80,1 Prozent | |
Metin Hakverdi holt souverän das Direktmandat in Bergedorf-Harburg-Wilhelmsburg
Im Wahlkreis 23, bestehend aus Bergedorf, Harburg und Wilhelmsburg,
verteidigte der sozialdemokratische Mandatsinhaber Metin Hakverdi seinen Sitz im Bundestag souverän mit 39,3 Prozent der Stimmen. Seine Verfolger landeten weit dahinter: Uwe Schneider (CDU), der sich am Wahlabend bei seiner Frau Tina mit einem Blumenstrauß für den Wahlkampf bedankte, bekam 16,9 Prozent und Manuel Sarrazin von den Grünen 15,5 Prozent.
| Kandidat/In | Prozent |
| Metin Hakverdi (SPD) | 39,3 |
| Uwe Schneider (CDU) | 16,9 |
| Manueal Sarrazin (Grüne) | 15,5 |
| Sonja Julia Jacobsen (FDP) | 8,5 |
| Olga Petersen (AfD) | 8,2 |
| Stephan Jersch (Linke) | 6,7 |
| Wahlbeteiligung: 71,3 Prozent | |
Schneider blieb immerhin die Genugtuung, dass es für Rot-Rot-Grün nicht reichen würde. „Wir schauen weiter", so seine Devise am frühen Wahlabend. „Die SPD ist Wahlsieger und die CDU wurde von den Wählern abgewatscht. Wir haben in vielen Bereich stark verloren“, sagte Schneider später gegenüber besser-im-blick. Trotzdem seien Konstellationen wie Jamaika oder die Ampel möglich. „Wir werden jetzt abwarten, wie die Protagonisten aufeinander zugehen. Für mich wäre, gerade mit Blick auf die Zukunft Deutschlands, wichtig, dass es eine Jamaika-Koalition gibt.“
Sarrazin, der bisher für die Hamburger Grünen im Bundestag saß,
konnte sein Mandat, trotz deutlichem Zugewinn von 7,7 Prozentpunkten als Direktkandidat im Wahlkreis, nicht wiedererlangen – Listenplatz vier reichte bei zwei Direktmandaten für die Grünen in Altona und Eimsbüttel nicht aus. „Die Grünen in Harburg, Wilhelmsburg und Bergedorf haben aus meiner Sicht den besten Wahlkampf aller Zeiten gemacht“, so Sarrazin nach der Auszählung. „Das ist ein Grund, dankbar zu sein für das Engagement und die Unterstützung der Mitglieder und Aktiven. Demokratie lebt davon, dass Macht auf Zeit vergeben wird.“
| Partei | Prozent |
| CDU | 16,2 |
| SPD | 33,5 |
| AfD | 8 |
| Grüne | 17,8 |
| FDP | 10 |
| Linke | 6,3 |
| Wahlbeteiligung: 71,3 Prozent |
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Vom Wahlkreissieger Metin Hakverdi lag der Redaktion bis zur Veröffentlichung des Artikels leider keine Reaktion auf eine Anfrage nach einem Statement vor.