Hamburg Towers feiern ersten Heimsieg vor Fans in Wilhelmsburg
Wilhelmsburg. Die Bundesliga-Basketballer der Hamburg Towers haben in einer dramatischen Schlussphase die Nerven behalten und setzten sich 77:70 (23:12, 40:35, 60:61) gegen medi bayreuth durch. Lautstark unterstützt von 2235 Fans fanden die Hamburg Towers schnell ihren Rhythmus und gingen bereits nach drei gespielten Minuten zweistellig in Führung. Bayreuth tat sich nicht nur gegen die überaus aggressive Verteidigung schwer. Auch auf den Angriff der Towers bekamen die Gäste nur wenig Zugriff – den ersten fünf Feldkörben ging jeweils ein Assist voraus.
Entsprechend hoch war die Feldwurfquote (59 Prozent) auf Seiten der Hanseaten, bei den Oberfranken dagegen fanden im ersten Abschnitt nur vier der 14 Versuche (29 Prozent) das Ziel. Dank einer Umstellung auf Zonenverteidigung gelang es medi bayreuth mit Start des zweiten Viertels jedoch, den Hamburger Motor abzukühlen. Es brauchte fast fünf Minuten, ehe die Towers mit sehenswerten Ballstafetten kurzzeitig eine Lösung gegen das Zonenbollwerk fanden. Doch blieb es bei diesem kurzen Hoch – die Kontrolle im zweiten Viertel gehörte Bayreuth, die sich zur Halbzeit die Reisekilometer vom ersten internationalen Auftritt abgeschüttelt und den Anschluss erarbeitet hatten.
Nach einem 0:6-Start in die zweite Spielhälfte war dann der komplette Vorsprung aus den ersten zehn Minuten aufgebraucht, erstmalig in der Partie führten die oberfränkischen Gäste. Doch waren die Hamburg Towers nicht bereit, das Zepter aus der Hand zu geben. Mit acht schnellen Punkten sorgte Robin Christen, der am Ende mit 22 Punkten Topscorer wurde, wieder für etwas Luft. Doch auch diese frische Brise war schnell wieder verflogen. Acht Bayreuther Zähler in weniger als einer Minute ließen zum Ende des dritten Abschnitts die Führung erneut auf die Seite der Gäste wechseln.
Zwei schwierige Abschlüsse von Bayreuths Topscorer Sacar Anim ließen die Hypothek zu Beginn des Schlussviertels weiter anwachsen, doch die Hamburg Towers arbeiteten unermüdlich am Comeback – mit einem Dreier gelang Caleb Homesley der Ausgleich. Zwei punktlose Minuten, untermalt von unermüdlichen Anfeuerungsrufen von den Rängen, beendete Maik Kotsar mit einem sehenswerten Turnaround-Jumper und ließ den Dezibelausschlag in der edel-optics.de Arena bis zum Anschlag nach oben schnellen.
Nach dem erneuten Ausgleich bewies Maik Kotsar einmal mehr Nervenstärke und sorgte bei einer Minute Restspielzeit wieder für die Führung. Nachdem Jaylon Brown einen von zwei Freiwürfen, die an diesem Abend durchaus Mangelware auf Hamburger Seite waren, getroffen hatte, verblieben 8,9 nervenaufreibende Sekunden – die ohne weitere Bayreuther Punkte, dafür mit lautstarkem Jubel und strahlenden Gesichtern endeten.