Hamburg Towers leisten sich in Polen zu viele Fehler
Wilhelmsburg. Die Hamburg Towers haben deutlich mit 87:71 (18:14, 47:33, 67:50) die Partie gegen Slask Worclaw am sechsten Spieltag der 7DAYS EuroCup Gruppenphase verloren. Die Hamburg Towers versuchten von Beginn an defensiv dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. Doch trotz aller Mühen ging der polnische Gastgeber aber zunächst in Führung, auch weil Kodi Justice, der im bisherigen Saisonverlauf nur rund 20 Prozent seiner Distanzwürfe verwandelt hatte, gleich zwei Dreier in den Anfangsminuten einstreute. Da in der Offensive der Rhythmus fehlte, wechselte Head Coach Pedro Calles früh durch.
Nach sieben Minuten stellte Maik Kotsar mit vier Zählern in Folge den Anschluss her, Max DiLeo sorgte für den Ausgleich. In den letzten 90 Sekunden des ersten Abschnitts punktete dann aber nur noch Slask Wroclaw. Und auch der Beginn des zweiten Viertels gehörte den Gastgebern, die nach zwei weiteren Distanztreffern ihren Vorsprung auf sieben Zähler ausbauten. Nach erneutem Anschluss durch Maik Kotsar hatten die Towers mehrfach die Chance, der Partie eine Wendung zu geben – doch statt einem Turnaround häuften sich die Fehler. Vergebene Abschlüsse und Ballverluste in Serie ließen die Hypothek auf 12 Punkte anwachsen.
Daraufhin nahm sich Seth Hinrichs ein Herz und streute gleich sieben Zähler in Folge ein. Weil sich Slask aber weiterhin ungewohnt treffsicher von jenseits der 6,75-Meter-Linie präsentierte, konnten die Wilhelmsburger bis zur Pause keinen Vorteil aus dem Fehlen von Polens Leistungsträger Cyril Langevine und den vier frühen Fouls seines Centerkollegen Martin Meiers ziehen. Neben einem Plus beim Rebounding (21 WKS, 16 HAM) und bei den Trefferquoten (44,4% WKS, 38,8% HAM) präsentierten sich die Hausherren auch deutlich aggressiver. Entsprechend wuchs der Rückstand zur Pause auf 14 Punkte.
Der Start der zweiten Hälfte lief dann deutlich mehr nach dem Geschmack der Wilhelmsburger. Mit zwei Ballgewinnen, gutem Reboundverhalten und drei erfolgreichen Abschlüssen ließ das Team von Pedro Calles die 1327 polnischen Fans zwar nicht verstummen, eine Auszeit von Slask Wroclaw folgte dennoch. Nach der Unterbrechung schien die Hamburger Druckphase abzuklingen, doch Maik Kotsar mit einem starken Hustle-Play und Caleb Homesley mit einem Dreier drückten den Rückstand in den einstelligen Bereich.
Nach einem weiteren Dreier von Homesley waren die Towers auf sechs Zähler dran. Dann ging das Momentum komplett verloren. Während die Wilhelmsburger überhastet agierten, fanden die Polen zu ihrem Rhythmus aus der ersten Halbzeit zurück und führten nur zwei Minuten nach dem Anschluss wieder mit 15 Punkten – ein Buzzerbeater brachte gar einen 17-Punkte-Rückstand zum Ende des dritten Viertels. Im Schlussviertel wuchs die Hypothek bis auf 26 Zähler, eine erneute Aufholjagd blieb den Hamburg Towers verwehrt. Dank Topscorer Seth Hinrichs und Max DiLeo gelang in den Schlussminuten noch ein wenig Ergebniskosmetik, an der deutlichen Niederlage am sechsten Spieltag änderte sich jedoch nichts.