Buchholzer Blau-Weiss-Latein-Formation: Verhaltene Vorrunde und furioses Finale
Bremen/Buchholz. Als die fünf Wertungsrichter beim vierten von fünf Bundesliga-Turnieren der besten deutschen Latein-Formationen in der Halle 7 der Bremer Stadthalle ihre Tafeln hoben, machte sich Ernüchterung und auch ein wenig Enttäuschung im Lager der Buchholzer Latein-Formation breit: Es gab lediglich eine Wertung für Platz zwei, aber vier dritte Plätze hinter den favorisierten Weltmeistern des gastgebenden Grün-Gold-Clubs Bremen und den Rivalen von der TSG Bremerhaven, die sich damit endgültig Rang zwei und damit die Teilnahme an den Europa- und den Weltmeisterschaften im Dezember in Hongkong gesichert haben.
Unter den rund 700 Zuschauern waren auch zahlreiche Blau-Weiss-Fans, die aus Buchholz nach Bremen gefahren und ihre Mannschaft lautstark angefeuert haben für eine super Finalrunde. Nicht nur die eigenen Fans, auch einige neutrale Zuschauer hatten das Blau-Weiss-Team aus der Nordheidestadt durchaus auf Platz zwei gesehen nach der gezeigten Leistung. Auch zahlreiche Bremer Tanzsport-Interessierte sahen im Gegensatz zu den Juroren die Buchholzer vor den Dauerrivalen aus Bremerhaven.
Nachdem die Buchholzer in der Vorrunde noch etwas verhalten getanzt und auch noch einen Fehler zu verkraften hatten, wussten die acht Blau-Weiss-Paare mit ihrer modernen, rasanten Choreographie „Made to Love“ auf Startplatz eins im Finale zu überzeugen, alle schwierigen Passagen saßen und insgesamt präsentierte sich die Mannschaft dynamischer und überzeugender als noch zum Saisonauftakt Anfang Januar. Die eigenen Fans dankten es dem Team mit großem Jubel und auch die Trainer Franziska Becker und Christopher Voigt waren voll des Lobes für die Finalrunde.
Die Rivalen von der TSG Bremerhaven lieferten ebenfalls eine gute Leistung ab, aber die Blau-Weissen haben den Rückstand im Vergleich zum Saisonstart wöchentlich verkleinert, wenn auch nicht in den großen Schritten, wie Trainerin Franziska Becker es gerne gesehen hätte: „Die Krankheitswelle ist ja enorm in diesem Winter. Das gilt natürlich für alle Teams, aber wir wollen ja aufholen. Da fehlt dann die Trainingszeit enorm. Beide vor uns platzierten Formations-Teams tanzen ihre Choreographie im zweiten Jahr und sind damit deutlich austrainierter gestartet. Das vierte Duell in Bremen hätte auch anders ausgehen können angesichts der sehr guten Leistung, die unser Team gezeigt hat. Aber wir akzeptieren die Entscheidung der Wertungsrichter natürlich.“
Kurios: An diesem Abend traten nur fünf statt der obligatorischen sieben Wertungsrichter an. Das lag daran, dass einer der Offiziellen gemeldet war, der nicht in der 1. Liga werten durfte, da er bereits die Deutsche Meisterschaft gewertet hatte. Per Losverfahren wurde dann ein weiterer Wertungsrichter ausgesetzt, sodass am Ende fünf Wertungsrichter urteilten.
Das letzte Turnier für die 1. Bundesliga findet am 11. März in Aachen statt. Unklar ist zu diesem Zeitpunkt, wer in der nächsten Saison in die 1. Bundesliga aufsteigt. Das Buchholzer B-Team ist weiterhin nach dem Bremer Turnier ganz vorne mit dabei. In einer 3:2-Entscheidung zog das Bremer B-Team an seinem Heimturnier zwar vorbei, aber beim letzten Wettkampf hat das Team von Florian Hissnauer und Lara Schäfer noch die Möglichkeit, mit einem Sieg die Meisterschaft zu gewinnen.
Im Mai steht dann das Aufstiegsturnier zur 1. Bundesliga in Ludwigsburg an, wo sich die jeweils ersten beiden Teams der Ligen Nord Süd und West dann die beiden Gesamtsieger unter sich ausmachen, die in die 1. Bundesliga aufsteigen.
Die beiden Nachwuchsteams von Blau-Weiss Buchholz starteten in Bremen im Regionalliga-Turnier. Das C-Team ("Rhythm-lives in you") erreichte Platz vier und das D-Team ("Physical") den sechsten Platz.
