Linda Jean Geerdts wird Fünfte bei den Sumo-Weltmeisterschaften in Tokio
Harburg/Tokio. Die Reise in das Land der aufgehenden Sonne war für die beiden Harburger Sumotoris Linda Jean Geerdts und Jan Henrik John eine Reise wert. Die beiden vielversprechenden Harburger Nachwuchssportler kamen nach langen Stunden in den Flugzeugen völlig erschöpft über Zürich zunächst in Berlin an. Sie hatten nicht nur schöne Erinnerungen in den Koffern, sondern freuten sich auch über sportliche Erfolge, wenngleich sich die großen Hoffnungen auf WM-Medaillen nicht erfüllt hatten. Überwältigt von den Eindrücken ihrer ebenso schönen wie anstrengenden Reise, berichteten Linda und Jan Henrik ihren Freunden, Verwandten und Trainern: "Die Weltmeisterschaften waren ein Traum. Das Niveau war sehr hoch, es waren 30 Nationen am Start und es dominierten natürlich erwartungsgemäß wieder die Japaner."
Jan Henrik John war in der U18 männlich an den Start gegangen und stieß gleich in der ersten Runde auf den späteren Finalisten aus Brasilien. Dem Modellathleten setzte sich Jan Henrik lange Zeit erfolgreich zur Wehr, trat dann allerdings aus dem Ring, sodass ein Gegner aus Brasilien gewann. In der Trostrunde stieß der Harburger auf einen Sumotori aus Aserbaidschan. Dabei behielt der Harburger im gesamten Kampf die Oberhand, beförderte seinen Gegner mittels Sicheltechnik auch aus dem Ring. Aber der japanische Kampfrichter erklärte den Sportler aus Aserbaidschan zur Verwunderung der deutschen Delegation zum Sieger. Deswegen kam Jan Henrik John bei dieser WM nicht in die Medaillenränge.
Linda Jean ging in der Gewichtsklasse -75 Kilogramm in der U18 an den Start, schaffte auch ihr Limit (mindestens 60 Kilogramm), zum Start in dieser Katekorie. Nach starken Kämpfen in der Vorrunde stieß sie im Viertelfinale auf eine Inderin und gewann die Begegnung. Somit stand die Harburger Schülerin im Halbfinale der Weltmeisterschaften. Dort stieß sie auf eine Kämpferin aus Taipe. Diesen Kampf gewann die 15 Kilogramm schwerere Asiatin. Danach ging es Schlag auf Schlag. Es folgte das kleine Finale um Bronze. Linda musste gegen eine ukrainische Sumokämpferin ran - noch sichtlich angeschlagen von der letzten Begegnung. Sie unterlag der einen Kopf größeren Ukrainerin. So blieb Linda ein dennoch toller 5. Platz und eine WM, die sie wohl nicht so schnell vergessen wird. In Erinnerung bleiben beiden Harburger Sportlern die Tage der Akklimatisierung, die Trainingseinheiten mit anderen Nationen, aber auch Karaokebar-Besuche, Sushi-Essen mit Japanern, eine tolle Abschlussfeier mit den Aktiven anderer Nationen und einige Momente für sich mit Spaziergängen durch Tokio und Shopping-Touren.
