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Meine Meinung: Bekenntnis eines Fleischessers

| Niels Kreller | Life
Die teils hetzerischen Kommentare einiger Verfechter ungezügelten Fleischkonsums gegen Veganer in den sozialen Medien sind widerlich, findet der Autor, selbst überzeugter Carnivore. | Foto: ein
Die teils hetzerischen Kommentare einiger Verfechter ungezügelten Fleischkonsums gegen Veganer in den sozialen Medien sind widerlich, findet der Autor, selbst überzeugter Carnivore. | Foto: ein
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Kommentar. Jawohl: Ich esse Fleisch und ich liebe den Geschmack von (gutem) Fleisch. Ein saftiges Steak, knuspriges Geflügel, deftiges Wildbret – JamJam! Und mir gehen die Kommentare einiger User in den Sozialen Medien gehörig auf den Senkel. Aber – und das mag einige jetzt überraschen – nicht die der Vegetarier und Veganer.

Sondern die Kommentare der Verteidiger des unabdingbar als zum Menschsein dazugehörend verklärten Fleischfressens. Ja, die öfters mal belehrenden oder missionierende Anmerkungen von Veganern nerven mich auch schon mal. Vielleicht tun sie das aber auch deshalb, weil sie in Sachen Tierwohl Recht haben. Und wahrscheinlich auch bei der Gesundheit. Bei der Nachhaltigkeit bin ich mir beim aktuellen Stand des Pflanzenabbaus nicht so sicher - aber perspektivisch muss man wohl sagen. Man kann einer Kuh nicht das Furzen nachhaltig verbieten, wohl aber Pflanzen nachhaltig anbauen.

Auch wenn sie manchmal etwas nervig sind: Was ich von denn meisten Vegetariern und Veganern im Netz nicht finde, dass sind solch unsägliche Hasstiraden, wie sie oftmals diejenigen vom Stapel lassen, die im Steak anscheinend ein Kernelement des Menschseins sehen. Was da an verbaler Gülle und ja: Brutalität über diejenigen ausgekübelt wird, die sich als Veganer outen oder Restaurants, die verkünden, dass sie jetzt auch zwei vegane Gerichte anbieten, spottet jeder Beschreibung und ist wahlrich kein Vergleich zur anderen Seite. Und die vegane Weißwurst auf dem Oktoberfest wurde schon Extremisten fast zum Untergang des Teutonentums stilisiert.

Abgesehen davon, dass doch jeder auf seinen Teller das aufladen soll, was er möchte: Gerade in der Gastronomie werden die allermeisten Restaurants, wenn sie überleben wollen, nicht um vegane Gerichte herumkommen. Die allermeisten von uns haben doch mittlerweile Vegetarier oder Veganer im Freundes- oder Bekanntenkreis. Und wenn man mit einer Gruppe zusammen in ein Restaurant möchte und mindestens ein Veganer dabei ist – ja, dann muss man eben in eines, was vegane Gerichte anbietet oder auf die Gesellschaft eines lieben Menschen verzichten. Meistens, so glaube ich, entscheidet man sich dann eben für ein Restaurant mit veganen Gerichten.

Darüber hinaus, liebe Carnivoren: Veganer werden immer mehr und auch an Orten, wo man es nicht vermutet, trifft man mittlerweile vegane Foodtrucks an. Beispielsweise auf Schützenfesten. Und die laufen dort richtig gut!

Ja, ich werde nicht so schnell zum Veganer. Aber wie gesagt lassen sich Fragen des Tierwohls bzw. Tierquälerei, der Gesundheit und, davon bin ich bin überzeugt, langfristig gesehen auch nicht der Umwelt, einfach so und auf Dauer wegwischen.

Und wer beim Schimpfen gegen Veganer auf die die guten alten Traditionen pocht: Jeden Tag Fleisch auf dem Teller zu haben ist keine. Bis vor wenigen Jahrzehnten gab es Jahrhunderte lang für die allermeisten Menschen in diesen Landen, wenn überhaupt, nur am Sonntag mal ein bisschen Fleisch. Da kann man dann auch mehr auf Qualität als auf „Hauptsache billig“ setzen.

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