Feuerwehr Over-Bullenhausen lud zum Anbaden ein und übte die Menschenrettung aus der Elbe
Seevetal-Over. Mehr als 150 Interessierte waren am Wochenende trotz teils widriger Witterungsverhältnisse in Form von kräftigen Regen- und Graupelschauern sowie Sturmböen an die Elbe in Over gekommen und starrten gebannt auf das Wasser der Elbe. Der Grund: Die Freiwillige Feuerwehr Over-Bullenhausen hatte zum Anbaden eingeladen, und dieses mittlerweile traditionelle Spektakel wollten sich die vielen Besucher nicht entgehen lassen.
Besucher und Feuerwehrleute freuten sich nach einer fast dreijährigen pandemiebedingten Pause, wieder dieses Spektakel miterleben zu können. Zu Gast waren auch Abordnungen der Freiwilligen Feuerwehr Neuland und der Freiwilligen Feuerwehr Wilstedt aus Schleswig-Holstein sowie Vertreter des Gemeindekommandos der Feuerwehr Seevetal. Over-Bullenhausens Ortsbrandmeister Michael Gauger betonte, dass es sich hier nicht um ein Anbaden in Form eines gewagten Sprungs in die Fluten als Neujahrsgruß handelt, sondern vielmehr übte die Feuerwehr Over-Bullenhausen die Menschenrettung.
Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Jens-Peter Müller und mehr als 20 Feuerwehrleuten hatte Gauger dabei auch eine Menge Lehr- und Abwechslungsreiches vorbereitet. Mutige Feuerwehrleute aus Over/Bullenhausen stiegen in die Überlebensanzüge und gingen dann tatsächlich in der Elbe baden. „Die Kälte des Wassers spüren sie aber nicht, bis zu sechs Stunden können die Kameraden in den Anzügen aushalten“, betonte der stellvertretende Ortsbrandmeister.
Mit den beiden Kleinbooten der Feuerwehr rückten weitere Feuerwehrleute an und übten dabei immer wieder die Rettung der Personen aus der Elbe. Sowohl Gauger als auch Müller betonten, dass eine Personenrettung aus der Elbe zu jeder Zeit vorkommen kann, und mit solchen Übungseinheiten wollen die Aktiven auf den Ernstfall vorbereitet sein.
Die Besucher zeigten sich beeindruckt von der Leistungsfähigkeit der Feuerwehrleute und über die Möglichkeiten der Menschenrettung aus einem fließenden Gewässer wie der Elbe. Vielen war dabei gar nicht bewusst, welch starke Strömungsgeschwindigkeit die Elbe aufweist und wie schnell ein Mensch abgetrieben werden kann. Besonders bei dem starken Wind und den kräftigen Schauern wurde dieses den Besuchern mehr als eindrucksvoll vorgeführt und verdeutlicht.
Gauger betonte auch, dass nicht nur die Menschenrettung, sondern auch die richtige Bootsanfahrt zur verunfallten Person geübt wird. Außerdem lud die Feuerwehr Interessierte auch zu Bootfahrten auf der Elbe ein. Zu Gast war dazu auch die benachbarte Feuerwehr Neuland mit einem weiteren Kleinboot, die sich auch aktiv im Übungsgeschehen beteiligte.
Mehr als zwei Stunden dauerten die Übungseinheiten an, und die Feuerwehrleute hatten auch gegen Hunger und Durst vorgesorgt. Heiße Erbsensuppe aus der eigenen Gulaschkanone und heiße Getränke sorgten für ein bisschen Wärme, und mit entsprechender Verpflegung ließ es sich trotz des widrigen Wetters angenehm mit den Feuerwehrleuten klönen.
