7-jähriges Mädchen beinahe entführt: Wegen Panne bei der Polizei wird erst nach dem Täter jetzt gesucht
Buchholz/Trelde. Es ist die Horrorvorstellung für alle Eltern: Das eigene Kind wird entführt. So beinahe geschehen am Sonntag, 1. Oktober 2023, vom Spielplatz Kahlenberg (Alte Bahnhofstraße). Ein bislang Unbekannter versuchte, ein siebenjähriges Mädchen zu entführen. Zum Glück konnte der vom Bruder herbeigerufene Vater die Tat noch verhindern.
Am frühen Nachmittag des 1. Oktober waren auf dem Spielplatz vier Geschwister im Alter von fünf bis zwölf Jahren am Spielen. Gegen 14 Uhr tauchte ein Erwachsener auf, den die Kinder aus den vergangenen Monaten bereits kannten, da er regelmäßig auf dem Spielplatz war und auch mit ihnen spielte. Der Mann nahm diesmal die siebenjährige Schwester bei der Hand und verließ den Spielplatz mit ihr, um einen Spaziergang zu machen, wie ein Bruder des Mädchens später der Polizei sagte. Geistesgegenwärtig griff er zu seinem Handy, rief zu Hause an und benachrichtigte den Vater.
Dieser reagierte sofort, sprang auf sein Fahrrad und konnte den Mann zusammen mit seiner Tochter einige hundert Meter vom Spielplatz entfernt in Richtung Kakenstorf stellen. Der Vater nahm seine Tochter in seine Obhut, brachte sie nach Hause und informierte von dort aus die Polizei über den Vorfall. Nach Eingang des Notrufes fahndeten mehrere Beamte im Bereich Trelde und Kakenstorf nach dem unbekannten Mann, konnten ihn aber nicht mehr antreffen.
Dann aber das Unglaubliche: Eine ‚Panne’ bei der Polizei führte dazu, dass der Vater später nicht mehr von der Polizei kontaktiert und befragt wurde. Erst eine Woche später kam es dazu. „Leider wurde der Vater nach dem Abschluss der Fahndung von den eingesetzten Beamten nicht mehr persönlich kontaktiert und die interne Weitergabe nicht priorisiert, sodass eine ausführliche Vernehmung zur Sache erst eine Woche später durch Beamtinnen des zuständigen Fachkommissariats erfolgte. Dieses Vorgehen entspricht absolut nicht unseren Standards und wird intern mit den Verantwortlichen nachbereitet werden", so Kriminaldirektor Thomas Meyn, Leiter der Polizeiinspektion Harburg.
Deshalb wird erst jetzt nach dem unbekannten Entführer gefahndet.Er soll wie folgt aussehen:
- circa 20 bis 30 Jahre alt
- Sprach mit den Kindern akzentfrei Deutsch
- 180 cm groß
- hat eine schlanke Statur
- Er trug einen leichten Dreitagebart und längere blonde Haare, die zu einem Dutt zusammengebunden waren
- Er war mit einer schwarzen Arbeitshose der Marke Engelbert Strauss, einem grünen Oberteil und einer grünen Cappy bekleidet.
Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen der Entziehung Minderjähriger eingeleitet und sucht Zeugen, die Hinweise zu dem beschriebenen Mann geben können, oder denen er in den letzten Monaten ebenfalls im Bereich des Spielplatzes Kahlenberg aufgefallen ist. Hinweise bitte an den Zentralen Kriminaldienst unter Telefon 04181/2850.
