Widerlich: Antisemitischer Mob randaliert in Harburg
Harburg. Deutschland bräuchte wieder einen Hitler und man müsse alle Juden vergasen – so lautet das Statement eines Jugendlichen, der zusammen mit 50 bis 80 anderen Jugendlichen am Montagabend gegen Israel und Juden hetzte. Um 19:15 Uhr begann der Spuk. Erst eine harmlose Zusammenkunft auf dem Harburger Ring, dann schnell eine kritische Situation. Immer mehr Jugendliche versammelten sich, die Aggressivität nahm zu. Feuerwerkskörper, darunter gefährliche Polenböller, wurden gezündet.
Dann brach die Randale aus. Baustellenmaterial wurde umgeworfen und kurzzeitig brach sogar ein Feuer auf der Baustelle aus. Die Polizei musste mit massivem Einsatz eingreifen, um die mittlerweile auf rund 50-80 Jugendliche angewachsene Gruppe zu zerstreuen. Zuvor gab es einen Aufruf im Internet. Dieser war der Polizei bereits im Vorwege bekannt gewesen. Aus diesem Grund waren schon zahlreiche Einsatzkräfte der Alarmhundertschaft in Harburg zusammengezogen worden.
Um 20 Uhr kam es zu erneuten Böllerwürfen. An Wände wurden antisemitische Parolen gesprayt. "Fuck Israel" war dort zu lesen sowie "Free Palästina und Kurdistan". Die Polizei suchte nach den Verursachern der Hetzparolen, nach Brandstiftern und den Böllerwerfern. Ein gefährlicher Teleskopschlagstock wurde sichergestellt. Die Brandstifter konnten ermittelt werden. Auch eine Farbspraydose wurde gefunden. Erst gegen 22:30 Uhr der Spuk zu einem Ende kam, als weitere Polizeikräfte vor Ort eintrafen.
Die Jugendlichen äußerten offen ihre antisemitischen Ansichten über Israel, einige gaben gegenüber Reportern vor Ort erschreckende und widerliche Statements ab, darunter die Verherrlichung von Hass und Gewalt. Wie eben, das Deutschland wieder einen Hitler bräuchte und man alle Juden vergasen müsse (Video liegt besser-im-blick vor).
In ein paar Tagen ist Halloween. Eigentlich will der Bezirk mit einer eigenen Feier in der Harburger City, dem Halloween-Haunt, Ausschreitungen wie im vergangenen Jahr verhindern. Ob das klappt, ist angesichts des gestrigen antisemitischen Pöbels allerdings fraglich.
