Sein erster Schuss saß: Marius Kabuse ist neuer König in Heimfeld
Heimfeld. Das hat es wohl noch nie gegeben: Gleich mit seinem ersten Schuss holte Marius Kabuse am Sonntag um 15.46 Uhr den Rumpf des Vogels beim Heimfelder Vogelschießen herunter. Dabei wollte der 31-jährige Schifffahrtskaufmann laut eigenem Bekunden eigentlich nur in den Kampf um den linken Flügel einsteigen und hatte bis zum 826. Schuss den Wettkampf lediglich beobachtet. Der Flügel fiel denn auch, riss aber den Rest inklusive Rumpf mit und das bedeutete die Königswürde und die Nachfolge von Werner Pfitzner. Das Nachsehen hatten die Mitbewerber: Ulf Schröder, Stephan Klensang, Marcel Meyer und Tim Kassel.
Marius Kabuse trägt den Beinamen „der Traditionsbewusste“, denn das Schützenwesen wurde ihm schon in die Wiege gelegt: Vater Jens Kabuse war schon mehrfach in Heimfeld König, sein Großvater, sein Urgroßvater und sein Ur-Ur-Großvater in anderen Vereinen. Letzterer hatte 1895 den Schützenverein Kanzlershof mitgegründet. Zur Proklamation kamen dann auch noch seine Handballer von der 1. Herren des TV Fischbek, die Marius Kabuse nachdem er selbst lange Zeit dort spielte – trainiert. Seine Adjutanten sind Vater Jens Kabuse, Eike Schulze und Manfred Matthies.
Vizekönigin wurde Sarah Moysen. Ihr zur Seite steht Adjutantin Yvonne Ammer. Jungschützenkönig ist Marvin Klensang geworden. Die Kinderkönige für das kommende Jahr sind Cécilia Brockmann und Vasileios Theodoropoulos.
Zuvor hatten die Heimfelder Schützen ihr Vogelschießen und die Verabschiedung des scheidenden Königs Werner Pfitzner gefeiert. Zum Auftakt ging es mit einem Umzug zum Vorplatz der Friedrich-Ebert-Halle, wo der Große Zapfenstreich zu Ehren Pfitzners stattfand. Dabei legten die Schützen eine wettertechnische Punktlandung hin: „Großer Zapfenstreich Ende! Wegtreten und unterstellen“, befahl Kommandeur Sebastian Schroeder auf die Sekunde mit dem einsetzenden starken Regen.
Am Samstag folgte das Katerfrühstück mit anschließender Gerichtsverhandlung. Dort werden in scherzhafter Form echte oder vermeintliche Verstöße gegen Kleiderordnung oder Verfehlungen „bestraft“, die die Mitglieder das Jahr über begangen haben. Die „Strafe“ besteht dann jeweils in Form einer kleinen Spende an den Verein. Hier stand im Übrigen der einen Tag später zum König proklamierte Marius Kabuse noch selbst vor Gericht, denn er nahm am Vogelschießen in unsachgemäßer Hose (Jeans statt Anzughose) teil. Eine verwerfliche Tat, wie das Gericht befand.
Das sonntägliche Festessen, das zur Stärkung vor dem Schießen vom Landhaus Jägerhof zubereitet wurde, fand im Beisein vieler lokaler Ehrengäste wie den Bürgerschaftsabgeordneten Birgit Stöver (CDU) und Sören Schumacher (SPD), der Vorsitzenden der Harburger Bezirksversammlung Birgit Rajski (SPD), dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Jürgen Heimath, dem neuen CDU-Kreisvorsitzenden Uwe Schneider und vieler Sponsoren statt. Besonders wurden in diesem Jahr die vielen Helfer aus dem Verein und aus der Gesellschaft geehrt, die mit Tat und Geld dem Verein zur Seite standen, als während des Sturms „Xavier“ ein Baum auf die Schießanlage stürzte. Mit dem Ehrenkreuz wurde Andreas Werth ausgezeichnet. Den Gründer-Orden erhielt Gert Eggert und den Verdienst Orden Marcel Meyer. Jens Kabuse wurde für seinen unermüdlichen Einsatz für den Verein, beispielsweise im Zuge des Sturmschadens, zum Ehrenmitglied ernannt.