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6000 Euro für den Hof Krümse in der Elbmarsch

| Life
Die Eheleute Denise und Stefan Bez aus dem idyllischen Ortsteil Krümse in Drage strahlten, als sie jetzt von Michael Heinrich Schormann (links), stellvertretender Geschäftsführer der Niedersächsischen Sparkassenstiftung in Hannover, und Jörn Stolle (rechts), Regionalbereichsdirektor Ost der Sparkasse Harburg-Buxtehude aus Winsen, die Urkunden und den Scheck in Höhe von 6.000 Euro entgegennahmen. | Foto: Wolfgang Gnädig
Die Eheleute Denise und Stefan Bez aus dem idyllischen Ortsteil Krümse in Drage strahlten, als sie jetzt von Michael Heinrich Schormann (links), stellvertretender Geschäftsführer der Niedersächsischen Sparkassenstiftung in Hannover, und Jörn Stolle (rechts), Regionalbereichsdirektor Ost der Sparkasse Harburg-Buxtehude aus Winsen, die Urkunden und den Scheck in Höhe von 6.000 Euro entgegennahmen. | Foto: Wolfgang Gnädig

Krümse. Strahlende Gesichter im Drager Ortsteil Krümse in der Elbmarsch: Die Eheleute Denise und Stefan Bez, die den Hof Krümse im Jahr 2010 erworben hatten, nahmen jetzt einen der Hauptpreise für Denkmalpflege der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und den Scheck in Höhe von 6000 Euro entgegen. Die Auszeichnung nahmen Michael Heinrich Schormann, stellvertretender Geschäftsführer der Niedersächsischen Sparkassenstiftung in Hannover, und Jörn Stolle, Regionalbereichsdirektor Ost der Sparkasse Harburg-Buxtehude aus Winsen vor.

Die Sparkassenstiftung verlieh den Preis für das von den Eheleuten sanierte Haupthaus, den Hof Krümse. Das Haupthaus war 1878 mit beachtlichen Ausmaßen auf einer
natürlichen Warft erbaut worden. Mit einem umbauten Raum von 5.500 Kubikmeter gehört dieses repräsentativ gestaltete Bauernhaus zu den größten Wohn-/Wirtschaftsgebäuden in Nordwestdeutschland. Dieser Marschenhof vor den Toren Hamburgs zeigt Einflüsse großbürgerlichen Wohnens aus der nahen Hansestadt.

Die Hofstelle wurde im Jahr 2010 nahezu im Originalzustand vorgefunden, jedoch in einem sehr schlechten, teils baufälligen Zustand. Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurden der Wohn- und Wirtschaftsteil mit einer Gesamtfläche von 1.100 Quadratmetern sehr aufwändig von Grund auf saniert, wobei sehr viel Wert auf den Erhalt der Substanz und der ursprünglichen Raumstruktur gelegt wurde. Dieses einmalige Baudenkmal sollte für die Zukunft gesichert werden, gleichzeitig sollte ein modernes Leben und Wohnen für eine vierköpfige Familie ermöglicht werden.

Die umfangreichen Baumaßnahmen dauerten rund drei Jahre lang. Die auf 650.000 Euro geschätzten Sanierungskosten beliefen sich am Ende dann aber auf 1.400.000 Euro. Das Projekt wurde vom Landkreis Harburg, dem Land Niedersachsen und der EU mit insgesamt 65.000 Euro unterstützt. Im Juli 2015 waren die Arbeiten am Haupthaus und
die Gartenanlagen abgeschlossen und Familie Bez konnte endlich von der Hamburger Außenalster in die indyllische Elbmarsch umziehen.

Die Remise wurde nach dem Vorbild einer historischen Remise im Jahr 2016 hinzugefügt. Die Sanierung der denkmalgeschützten Scheune aus dem späten 18. Jahrhundert wurde in diesem Sommer begonnen und soll im Frühjahr 2019 abgeschlossen sein.

Bereits zum 17. Mal hatte die Niedersächsische Sparkassenstiftung ihren Preis für Denkmalpflege im Frühjahr dieses Jahres ausgelobt. Der Preis ist mit 75.000 Euro dotiert und würdigt das private Engagement, das Eigentümer für den Erhalt historischer Baudenkmale aufbringen. Es konnten sich private Denkmaleigentümer, Restauratoren, Handwerker, Fördervereine und Wettbewerbsgemeinschaften, bestehend aus den verantwortlichen Planern und dem Eigentümer, für den Preis bewerben. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre vergeben. „Baudenkmale wie Bauernhäuser, Dorfkirchen, Mühlen oder Parkanlagen geben unseren Städten und Dörfern einen unverwechselbaren Charakter und ermöglichen die persönliche Begegnung mit Geschichte im Alltag. Der Preis für Denkmalpflege zeichnet besonders vorbildliche Restaurierungen aus, außergewöhnlichen persönlichen Einsatz sowie bemerkenswerte Nutzungskonzepte“, sagte Michael Heinrich Schormann, stellvertretender Geschäftsführer der Niedersächsischen Sparkassenstiftung. Eigentümer, die ihre Baudenkmale restaurieren und erhalten, leisten – oft ein Leben lang – einen wichtigen Beitrag für die Allgemeinheit, denn der Erhalt eines Denkmals ist von großem Interesse für die Öffentlichkeit.

Die Bilanz der bisherigen 16 Preisvergaben kann sich sehen lassen: Seit der ersten Auslobung im Jahr 1986 haben sich 1.272 Denkmaleigentümer um den Preis
beworben, insgesamt 282 Preisträger wurden mit einer Summe von rund 980.000 Euro ausgezeichnet.

Die prämierten Baudenkmale spiegeln die reiche niedersächsische Denkmallandschaft wider. Außer Bürger- und Herrenhäusern, Hofanlagen und Kapellen zählen auch
technische Bauten wie Industrieanlagen, Bahnhöfe oder Wassertürme dazu. Den Landespreis 2016 hatte übrigens die Wassermühle Karoxbostel erhalten, durch deren Restaurierung ein Stück kulturelles Erbe im Landkreis Harburg bewahrt wurde. Zu den weiteren Preisträgern gehören zudem so unterschiedliche Baudenkmale wie ein
ehemaliger Wollspeicher in Soltau, ein Wasserturm auf Borkum und ein Bauernhaus in Beesem im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Die Eheleute Bez hatten bereits im
vergangenen Jahr 20.000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) für die Gesamtinstandsetzung der baufälligen Scheune auf dem Grundstück in der Krümser Straße erhalten.

Als die beiden Eigentümer Denise und Stefan Bez jetzt Besuch von den Vertretern der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Harburg-Buxtehude erhielten, war die Freude riesig, als sie die Urkunde und den Scheck in Höhe von 6000 Euro entgegennahmen. Denise und Stefan Bez, die vor rund drei Jahren aus der Großstadt Hamburg ins idyllisch gelegene Krümse umzogen, haben den Umzug "aufs Land" keine Sekunde bedauert. Die Eheleute Bez, die zwei kleine Töchter haben, sind ausgebildete Innenarchitekten und genießen jetzt das Leben im Grünen. "Eine Sanierung eines so alten Gebäudes ist kaum planbar. Auch wenn man die Baukosten in etwa abschätzen kann, sind es gerade die Detailarbeiten, die sehr kostspielig sind", weiß Stefan Bez (47) aus beruflicher Erfahrung. Der zweifache Familienvater ist als Inneneinrichter und Ausbauer für Kreuzfahrtschiffe tätig.

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