"Schietwedder“ mit Orkanböen und Deichbruch fordert den Katastrophenschutz - Landkreis, Kreisfeuerwehr und Hilfsorganisationen absolvieren Stabsübung
Winsen/Hittfeld. Der Name war Programm – und doch eine Untertreibung: „Schietwedder“ herrschte am vergangenen Sonnabend, 17.11.18, im Landkreis Harburg. Denn unter diesem Namen stand am vergangenen Sonnabend eine großangelegte Katastrophenschutzübung. Erfolgreich übten der Landkreis und die Kreisfeuerwehr den Katastrophenfall. Sturm, Starkregen, brechende Deiche, Stromausfall und ein Zugunfall sorgten für ein vielfältiges Szenario.
Die Katastrophe fand aber weitgehend im Saale statt – als großangelegte Stabsübung. Gut 200 Helfer der verschiedenen Behörden und Organisationen waren beteiligt - außer Landkreis und Feuerwehr auch DRK, Johanniter, THW, DLRG, Polizei, Bundeswehr, Artlenburger Deichverband und der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Über Organisationsgrenzen hinweg bildeten sie die gemeinsame Einsatzleitung. Ziel war es nach Worten von „Drehbuchkoordinator“ Sascha Westermann, so die Zusammenarbeit der zahlreichen Beteiligten zu verbessern, die Vorgänge aufeinander abzustimmen und mehr Routine in Sachen Stabsarbeit zu erlangen.
In der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Hittfeld arbeiteten der Katastrophenschutzstab der Kreisverwaltung, die Technische Einsatzleitung (TEL) der Kreisfeuerwehr und die Übungsleitung über Stunden dazu eine umfangreiche Hochwasser- und Unwetterlage ab. Ausgangslage dieser großen Übung war ein seit Tagen andauerndes Unwetter mit einem schweren Sturm und Orkanböen aus nordwestlicher Richtung und Starkregen. Das Wasser aus der Elbe und den angrenzenden Flüssen konnte nicht abfließen, es entwickelte sich eine Sturmflut. In der Elbmarsch drohten die Deiche zu brechen, es galt, gut 6000 Menschen zu evakuieren. Durch einen Blitzschlag war zudem der Großteil der Stadt Winsen ohne Stromversorgung, in Luhmühlen wurde ein Mittelalterfest von den Orkanböen verwüstet, in Sprötze war ein Zug verunglückt.
Der Krisenstab des Landkreises Harburg sowie die Technische Einsatzleitung der Kreisfeuerwehr samt aller dazugehörigen Fachberater übte, wie sie solch einer Lage Herr werden können. Die gesamte Logistik eines solchen Einsatzes musste stimmen. Da galt es, die nötigen Einheiten zu alarmieren, die erforderlichen Einsatzmittel bereitzustellen und dafür zu sorgen, dass die „Geretteten“ und „Evakuierten“ versorgt und untergebracht werden. Direkt vor Ort am Stover Strand übten gut 80 Feuerwehrleute aus den Gemeinden Hanstedt und Salzhausen das Füllen von Sandsäcken und das Befestigen des Deiches, angeleitet und beobachtet von den Verantwortlichen des Artlenburger Deichverbands.
Landrat Rainer Rempe zeigte sich abschließend beeindruckt von der gezeigten Leistung aller Beteiligten. Er dankte allen für ihren Einsatz und zog eine positive Bilanz. „Solche Übungen sind unerlässlich, um bestmöglich auf den Ernstfall vorbereitet zu sein und sich für alle Eventualitäten zu wappnen. Auch wenn das Szenario zum Glück nur gestellt war, die Übung zeigt, dass wir gut gerüstet sind, um den Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten.“