Teichwette gelungen: König und Senatorin treffen sich trockenen Fußes
Marmstorf. Wette gestanden: Trockenen Fußes trafen sich Marmstorfs Schützenkönig Torsten Czerner und Wettpatin Dr. Melanie Leonhard bei der 19. Teichwette in der Mitte des Marmstorfer Feuerteichs. Es war eine Teichwette, an die man sich noch lange erinnern wird, denn die Marmstorfer Schützen hatten sich eine tolle Inszenierung einfallen lassen.
Während sich Sozialsenatorin und Marmstorferin Melanie Leonhard auf ihrem Floß vor der Kulisse des
Hamburger Rathauses mit Hamburg Wappen gen Teichmitte auf den Weg machte, kam ihr von der gegenüberliegenden Seite nur ein großer Tresor entgegen. Bei beiden Flößen hatte die „Marmstorfer Werft“ wieder ganze Arbeit geleistet. „Ich bin begeistert von meinem Floß“, schwärmte Leonhard. „Da haben die Schützen ein Meisterwerk vollbracht.“
Klar: Der Tresor stand für Torsten Czerner, den Banker. Wo aber war der König abgeblieben? Auch das Moderatorenduo aus Johannes „Jojo“ Tapken und Radiomoderator Jan Stahl wusste es nicht. Sollte die Teichwette in diesem Jahr etwa ohne König stattfinden?
So musste Leonhard bei Zusammentreffen selbst Hand an das arg schwankende und führerlose Floß des Schützenkönigs legen. „Die Finanzwelt wackelt – der Staat hilft“, witzelte sie über die Situation.
Kurze Zeit später schaute sie dann allerdings seelenruhig zu, als der Tresor ausgeraubt werden sollte. Denn die Gelegenheit des unbewachten Geldschranks wollten zwei Panzerknacker (gespielt von Czerners Adjutanten Alexander Lüneburg und Thomas Kircheiß) nutzen. Sie ruderten eilig zum Tresor, versuchten ihn erst mit einem Stethoskop zu knacken. Und als das nicht funktionierte, sprengten sie ihn kurzerhand in die Luft! Und siehe da: Mit Funkenregen und Explosion zerfiel
der Tresor in seine Einzelteile und zum Vorschein kam Torsten Czerner, der es sich heimlich im Tresor gemütlich gemacht hatte.
Und so konnten sich die beiden Wettpaten doch noch die Hände schütteln und einen Kurzen zusammen trinken, Der musste allerdings von den beiden Panzerknacker in einer Extratour zu den Flößen hingerudert werden, denn wie schon im Vorjahr war er am Ufer vergessen worden. Aber: Wette gelungen.
Ihren Wettanteil von 250 Euro wird Leonhard an „Emma – der Laden“, den Treffpunktladen der Kirchengemeinde Marmstorf im Gemeindehaus im Ernst-Bergeest-Weg 61 spenden und Torsten Czerner den seinigen für die Digitalisierung des Schießstandes im Marmstorfer Schützenverein.
Drumherum gab es für die Besucher wieder etwas zur Stärkung. Erbsensuppe, Würstchen, Kaffee und Kuchen sowie Kaltgetränke wurden von den Marmstorfer Schützen fleißig unter die Leute gebracht. Auch hier wird der Erlös einem guten Zweck gespendet.
Einziger Wehrmutstropfen. Das Hamburger Schmuddelwetter, das wohl doch ein paar Menschen vom Besuch der Teichwette abgehalten hatte. Trotzdem. Mit seinen vielen Besuchern gehört die Teichwette in Marmstorf, gerade wenn man bedenkt, dass es nur zwei Stunden sind, zu den großen Straßenfesten in Harburg.