Statt Vogelschießen: Heimfelder Schützen senden Videobotschaft
Heimfeld/Hausbruch. Es war eine traurige Schützensaison. Überall wurden wegen der Corona-Pandemie die Vogelschießen und Schützenfeste abgesagt. Etwas fehlte.
Das merkten am vergangenen Wochenende auch die Heimfelder Schützen. Denn eigentlich sollte da ihr Vogelschießen stattfinden und ein Nachfolger für ihren König Jens Kabuse gefunden werden. Eigentlich. Denn auch in Heimfeld wurde das Vogelschießen abgesagt.
Aber die Harburger Schützen insgesamt sind ja einfallsreich und viele Vereine haben trotz der Pandemie für ihre Mitglieder und treuen Besucher etwas auf die Beine gestellt. So etwa die Harburger Schützengilde, die einen Disco-Live-Stream zeigte, denn der Discomove, auf dem sie immer einen Truck hatten, war ja auch abgesagt worden. Oder die Moorburger Schützen, die zum Gottesdienst geladen hatten und die Marmstorfer, die ihre Kranzniederlegung abhielten.
Die Heimfelder wandten sich an ihrem Vogelschießenwochenende per Videobotschaft an ihre Mitglieder und Freunde. Dazu trafen sie sich am Samstag mit einigen Schützenbrüdern und -schwestern im Landhaus Jägerhof unter freiem Himmel. Mit im Gepäck: Die von Bärbel Rusch genähten Vereins-Mund-Nasen-Schutz-Masken. „Eigentlich findet um diese Zeit unser Strumpfgericht statt“, merkte der Vorsitzende Frank Lünsmann in seiner Begrüßung an.
„Die Tränen schießen mir in die Augen, wenn ich bedenke, dass wir nach so langer Zeit einmal kein Vogelschießen feiern können“, sagte ein sichtlich gerührter König Jens Kabuse. Aber um so wichtiger sei es zu sehen, dass die Gemeinschaft, unser Schützenverein, weiter zusammenhält.
Die Festrede fand trotz aller Widrigkeiten statt. Sie wurde von Dr. Enno Stöver gehalten. „Das Jahr 2020 ist ein besonderes. Das Virus, so wenig es sichtbar ist, hat die Welt durcheinander gewirbelt“, stellte Stöver zu Beginn seiner Rede fest. Viele seien verunsichert. Der Erfolg bei einer Pandemie ohne wirksamen Impfstoff oder medizinische Therapie liege in der Trennung von Infizierten und Gesunden. „Bisher sind wir in Deutschland sehr gut durchgekommen, weil wir mit viel Disziplin genau solche Regeln berücksichtigen“, so Stöver.
Am 3. Oktober hoffen die Heimfelder Schützen auf einen Re-Start auf dem Vereinsgelände. Zunächst soll es ein Frühstück mit Besichtigung der neuen Erweiterung des Schießstandes geben. Dann soll ein Wandertag folgen, an dessen Ende alle MItglieeder zum Grünkohlessen im Landhaus Jägerhof zusammenkommen.
Video: Dirk Kamrowski