Musik, Kunst, Talk - Sommer im Park zeigte trotz Corona den Spirit of Harburg
Harburg. Acht Stunden Musik, Kultur und Talk – das war der „Sommer im Park – Spirit of Harburg“, der am Samstag Open Air auf der Freilichtbühne im Harburger Stadtpark und in den Musikclubs Marias Ballroom und Stellwerk stattfand. Nach dem langen Corona-Aus in Harburg sorgten zahlreiche Künstler, Bands und weitere Acts endlich wieder für Abwechslung. Dafür hatten ja auch die Veranstalter, das Harburger Citymanagement und die Musikclubs Marias Ballroom und Stellwerk ja auch sorgen wollen.
An der Freilichtbühne konnten sogar 250 Zuschauer gleichzeitig, unter Beachtung der erforderlichen Abstände, das Geschehen live verfolgen. Die Tickets konnten im Vorwege gekauft werden. In stündlichen Wechseln wurde dann durchgetauscht,
so dass über die Zeit gut 1.000 Gäste da waren. Für alle, die keine Tickets hatten, wurde das Event im Live Stream übertragen.
Als Top Act auf der Freilichtbühne kam zum einen der bekannte und beliebte Hamburger Soul-Star Stefan Gwildis und auch die Electro-Legende und Echo-Preisträger Peter Heppner („Wolfsheim“) aus Heimfeld war mit dabei. Letzterer hatte zwei seiner großen Hits mit im Gepäck: „Kein zurück“ von seinem Duo "Wolfsheim" und „Die Flut“, das Duett mit Joachim Witt, beides Meilensteine des Electro. Heppner aber überraschte die Zuschauer damit, dass er keine elektronische Musik vom Band spielen ließ, sondern von Christine Wolter auf dem Klavier begleitet wurde. So hatte bestimmt noch keiner der Zuschauer diese beiden Lieder zuvor gehört.
Natürlich waren auch weitere Harburger mit dabei. Das "Werner Pfeifer Trio" spielte maritime Songs aus dem Binnenhafen, der Chor "Gospel Train" mit Peter Schuldt war da, Franz Josef und Jan Schröder ebenso wie die Tanzschule Hädrich. Auch Kettensägenschnitzer, Schnitzerbühnenmacher auf dem Außenmühlenfest und besser-im-blick-Fotograf Sören Noffz zeigte, wie man mit der Kettensäge aus einem Baumstumpf eine Eule „befreit“. Zwischendrin gab es immer wieder Einspieler, die die verschiedenen Facetten des Bezirks zeigten.
Anschließend wurde ab 20 Uhr live in die Musikclubs Marias Ballroom und Stellwerk geschaltet. In den „Marias Ballroom Studios“, wie Clubbetreiber Heimo Rademaker scherzhaft sagte. talkte er mit den
Musikern Jimmy Cornett, Micky Wolf und Peter Sebastian, die jeder auch ans Mikro traten. Es war eine auch wehmütige Stunde, denn Rademaker mottet jetzt erst einmal Marias Ballroom ein, nachdem er versucht hatte, ihn erst als Kneipe nach der Coronapause wieder zu eröffnen – es rechnet sich aber nicht.
Vielleicht fasste Jimmy Cornett die Gemütslage der gesamten Veranstaltungsbranche gut zusammen, als er sagte: Egal ob man an Corona glaube oder nicht – „Setz deine fucking Maske auf! Das hilft uns“, forderte Cornett die Zuschauer auf. Wenn die Menschen Kultur mögen, dann hätten sie auch die Möglichkeit, die Musiker zu unterstützen. Beispielsweise durch die Käufe ihrer Songs. Heimo Rademaker versprach, den Standort als Musikclub zu erhalten und wieder aufzumachen, wenn es wieder möglich sei.