Zum Hauptinhalt springen

Keine Gründe: Der kulturpolitische Offenbarungseid von Bezirksamt, SPD und Grünen | Meine Meinung: Die politischen Heckenschützen aus dem Hinterhalt - Was sind die wahren Gründe?

| Niels Kreller | Politik
Ohne Vorankündigung und ohne Darlegung von Gründen wollen Bezirksamt, SPD und Grüne die Zusammenarbeit mit Rieckhof wie aus dem Nichts beenden. | Foto: Niels Kreller
Ohne Vorankündigung und ohne Darlegung von Gründen wollen Bezirksamt, SPD und Grüne die Zusammenarbeit mit Rieckhof wie aus dem Nichts beenden. | Foto: Niels Kreller
Anzeige

Harburg. Es ist – wie Sonja Wichmann vom Sozialraummanagement des Bezirksamtes auf der Sitzung des Kulturausschusses am Donnerstag zugeben musste – ein in Hamburg bisher „einmaliger Vorgang“, dass einem langjährigen Träger einer Einrichtung wie dem Rieckhof in dieser Form die Trägerschaft entzogen wird. Und vor allem: Bisher hat keiner der Beteiligten inhaltliche Gründe dafür genannt. Weder "Kultur-Dezernentin" Anke Jobmann (hier bei der Integrationskonferenz 2019 im RIECKHOF) weigert sich beharrlich Gründe für ihr Handeln darzulegen. | Foto: Niels Krellerdie zuständige „Kultur-Dezernentin“ Dr. Anke Jobmann, noch Sonja Wichmann oder Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen. Auch nicht die Fraktionsvorsitzenden der SPD Frank Richter und Bianca Blomenkamp (Grüne) oder Heinke Ehlers, kulturpolitische Sprecherin der Grünen Fraktion oder die bei der SPD für Kultur abgestellte Natalia Sahling.

In der genau dieser Kulturausschusssitzung stellte Harburgs „Kultur-Dezernentin“ Jobmann dann auch schon als Tischvorlage den Fahrplan für ein neues Interessenbekundungsverfahren vor. Noch im Sommer soll ein neuer Träger gefunden werden. Viermal wurden die „Kultur-Dezernentin“ Jobmann und Sonja Wichmann in der Sitzung nach Gründen dafür gefragt. Viermal verweigerten sie eine Antwort. Während die DIE LINKE. und die FDP ihre Kritik zum Ausdruck brachten, schwiegen SPD und Grüne auffällig. Auch von ihnen kam… kein einziger Grund.

Auch SPD und Grüne nennen keine Gründe

Gleich im Anschluss an die Sitzung verschickte die rot-grüne Koalition dann eine Pressemitteilung, in der SPD-Fraktionschef Frank Richter, Grünen-Fraktionschefin Bianca Blomenkamp, die kulturpolitische Sprecherin der Grünen Heinke Ehlers und die Auch SPD-Fraktionschef Frank Richter benennt keine Gründe. | Foto: Niels Krellervon der SPD für Kultur abgestellte Natalia Sahling zu Wort kamen. „Es bestand zu keinem Zeitpunkt die Absicht, den Rieckhof zu schließen“, erklärten Richter und Blomenkamp. Das Gebäude wird bald für umfangreiche Baumaßnahmen eine zeitlang geschlossen. Und Geschäftsführer Jörn Hansen erreicht im Februar das „Regelrentenalter“. Er hat aber vor, noch zwei Jahre weiterzuarbeiten.

„Wenn wir uns nicht jetzt Gedanken um den weiteren Weg machen, wann sollen wir es denn dann jemals machen“, fragen Heinke Ehlers und die von der SPD für Kultur abgestellte Natalia Sahling. Auch hier: Kein inhaltlicher Grund für die Beendigung der Zusammenarbeit – kein Wort dazu, was stattdessen dort geschehen soll.

Mit dem Rieckhof sprach niemand

Vor rund eineinhalb Jahren hatte der Rieckhof den Programm-Entwurf für die Jahre 2020 bis 2029 dem Bezirksamt und der Politik vorgelegt. Gesprochen hat bis heute niemand mit dem Rieckhof darüber. Da sei Corona dazwischengekommen, meint „Kultur-Dezernentin“ Jobmann. Als ob es keine digitalen Möglichkeiten der Kommunikation gäbe. Aber da scheint es im Bezirksamt noch einiges an Neuland zu geben.

Statt Gründe darzulegen wird also einfach gemacht. Dem Trägerverein des Rieckhof wurde am Mittwoch vom Bezirksamt in einem Gespräch mitgeteilt, dass es ab Januar schlicht keine Zuwendungen mehr gibt. Damit gehen an Silvester die Lichter im Rieckhof aus und alle Verträge mit Mitarbeitern, Versorgungsbetrieben und auch den Elbewerkstätten werden jetzt gekündigt. Und immer noch: Kein einziger inhaltlicher Grund für das Ganze.

Meine Meinung: Die politischen Heckenschützen aus dem Hinterhalt - Was sind die wahren Gründe?

Kommentar. Eines Vorweg: Wenn Frank Richter und Bianca Blomenkamp kundtun: „Es bestand zu keinem Zeitpunkt die Absicht, den Rieckhof zu schließen“ dann erinnert das an welchen historischen Satz? Mich zumindest daran, dass der Vorsitzender des Staatsrats der DDR Walter Ulbricht sagte, Legt endlich die Gründe für das Ende des Rieckhofs auf den Tisch, fordert unser Redakteur Niels Kreller von Bezirksamt und Koalition. niemand habe die Absicht, eine Mauer zu errichten. Der Rieckhof soll geschlossen werden.

Denn der Rieckhof, das ist nicht einfach das Gebäude. Es ist das, was über 37 Jahre dort entstanden ist. Es ist das Programm, es sind die Veranstaltung, es ist ein bestimmter Geist. Und darüber hinaus hat der Trägerverein die Namensrecht am „Rieckhof“. Auch wenn in den Räume selbst irgendwann wieder etwas stattfindet – der Name wird ein anderer sein und auch der Inhalt. Auch wenn Richter und Blomenkampf nicht vorhaben eine Mauer… pardon… den Rieckhof zu schließen.

Um das deutlich zu sagen: Es ist vollkommen legitim, wenn Politik und Verwaltung mit einem Träger einer Einrichtung wie dem Rieckhof sprechen und ihm mitteilen, dass man nicht zufrieden ist damit, wie es gerade läuft. Es ist vollkommen legitim, wenn Politik und Verwaltung eine andere inhaltliche Ausrichtung wollen. Es ist vollkommen legitim, wenn der Träger dies dann nicht umsetzen möchte, sich einen neuen Träger dafür zu suchen. Aber dafür muss man eben zum einen überhaupt einmal sagen, was einem nicht gefällt und was man will und mit dem aktuellen Träger darüber sprechen. Das wäre politische Kultur und ein zivilisatorischer Umgang miteinander.

Das ist aber nicht geschehen. Im Gegenteil: Die Attacke aus Bezirksamt und Koalition kam aus dem Nichts und hinterrücks wie von einem Heckenschützen. Immer – und auch jetzt noch – wird die tolle Arbeit des Rieckhof gelobt. Und dann ertönt ein Knall – der Schuss aus dem Nichts. Was also sind die wahren Gründe?

Was aber eine politische, behördliche und kulturelle Bankrotterklärung seitens der treibenden Kräfte ist, ist der Umstand, dass offensichtlich weder Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen noch „Kultur-Dezernentin“ Anke Jobmann oder Sonja Wichmann aus dem Bezirksamt ihre Haltung und ihr Handeln inhaltlich begründen wollen oder können. Ebenso wenig wie Fraktionschefs Frank Richter und Bianca Blomenkamp, die kulturpolitische Sprecherin der Grünen Heinke Ehlers und die von der SPD für Kultur abgestellte Natalia Sahling. Was also sind die wahren Gründe?

Wenn sie dies aber nicht wollen oder können, dann sind sie schlicht fehl am Platz und sollten ihre Posten räumen. Oder einfach die wahren Gründe für das Ende des Rieckhof auf den Tisch legen.

Anzeige

Verwandte Artikel

Seevetal-Hörsten. Wenn tiefe Leidenschaft für Country-Musik auf eine explosive und emotionale Mischung aus intimen oder sogar gospelartigen Vocals und stark energiegeladene Gitarren trifft – dann wissen Kenner der Szene, dass es das Duo "Wild As Her" ist. Caroline von Brünken und Chris Kaufmann sin…
Seevetal-Hittfeld. Mitreißendes Wissen, spektakuläre Showeinlagen und jede Menge Aha-Momente: Die Wissenschaftsshow "Knallegra" rund um "Professor Bummbastic" startet mit neuer Energie und neuem Teammitglied – und einer brandneuen Outdoorshow in das noch junge Jahr 2026. Nach einer sehr  erfolgreic…
Harburg. Die Wanderfreunde Hamburg mit Helga Weise aus Heimfeld an der Spitze bieten am Freitag, 30. Januar, wieder eine Wanderung im Wald an. Die Vier-Gipfel-Tour in den Harburger Bergen ist rund 15 Kilometer lang. Wer sich das zutraut, kann gerne als Gast mitgehen. Die Wanderung führt über Berge…
Winsen. Mit einer besonderen Kombination aus Musik und Kulturgeschichte startet das Museum im Marstall in Winsen in das neue Jahr. Die neue Veranstaltungsreihe „Museumskonzerte an besonderen Orten“ lädt Musikliebhaberinnen und -liebhaber zu vier außergewöhnlichen Konzertabenden an historischen Scha…
  • Stellenanzeige
    Mimi Kirchner - wir stellen ein (m/w/d)
  • Stellenanzeige
    GRD | Hausmeister (m/w/d)
  • Stellenanzeige
    Möbel Dreyer Stellenanzeige Küchenfachberater
  • Anzeige
    Bike Park Timm - Touren, Events, E-Bikes, Fahrradaufbau, Tipps
  • Anzeige
    Autohaus Ford Tobaben
  • Anzeige
    Ulrich&Ulrich Immobilien
Anzeige
  • Anzeige
    Der Harburg-Fotograf | Niels Kreller | Home of 360°-Panorama Pictures
  • Anzeige
    50Voices
  • Anzeige
  • Anzeige
    Country House Seevetal
  • Anzeige
  • Anzeige
    Weller BMW in Hamburg-Harburg - Ihr BMW- und Mini-Autohändler
  • Anzeige
    Form Fit - Fitness, Yoga, Bodybuilding
  • Anzeige
    Marktkauf Center Hamburg-Harburg
  • Anzeige
    DRK Hamburg-Harburg
  • Anzeige
    Restaurant Palmgarten im Garten-Center Dehner

Neuste Artikel

Anzeige

Inserate

Inserat

Gospel, Soul und Pop: Hamburger Chor 50 VOICES in der Burg Seevetal

Der Hamburger Chor 50 VOICES gastiert am Samstag, 31. Januar 2026, in der Burg Seevetal. Das Ensemble, das seit 35 Jahren auf der Bühne zu Hause ist…
Inserat

25 Jahre Malc Automobile: Jubiläumsfeier verbindet Dank, Familie und soziales Engagement

Mit einer feierlichen Veranstaltung hat das Familienunternehmen Malc Automobile aus Neu Wulmstorf sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Zahlreiche Gäst…
Inserat

Fröhliche Weihnachtsgrüße vom Freundeskreis HARBURGER THEATER e.V.

Mehr Manpower für 2026 und finanzielle Unterstützung für tolle Aktivitäten im neuen Jahr! Mit herzlichen Weihnachtsgrüßen meldet sich der Freundeskr…
Inserat

Möbel Dreyer – Wohnträume im Herzen von Buxtehude

Seit vielen Jahren steht Möbel Dreyer im Zentrum von Buxtehude für hochwertige Einrichtungsideen und persönlichen Service. Auf fünf großzügigen Gesch…
Inserat

Winterzeit ist Schlittschuh-Zeit! Erfolgreicher Start in die Eislaufsaison 2025/2026 

Mit einem beeindruckenden Besucherandrang ist das Walter-Maack-Eisstadion in Adendorf am 03. Oktober 2025 in die neue Eislaufsaison gestartet. Der tr…
Inserat

WELLER zieht Bilanz für 2025: Deutlicher Neuwagenzuwachs und stabiles Gesamtwachstum

Die WELLER Holding SE & Co. KG blickt auf ein intensives und zugleich erfolgreiches Kalenderjahr 2025 zurück. In einem weiterhin anspruchsvollen…
Inserat

Musical Kids Hamburg spielen "Das magische Amulett"

 "Einmal die Zeit anhalten können…!" Diesen heimlichen Gedanken hat sicherlich schon jeder einmal gedacht. In dem neuesten Familienmusical der Musi…
Inserat

Maack Feuerschutz – Kompetenz im vorbeugenden Brandschutz

„Wir brennen für den Brandschutz“, sagt Nicole Maack, Geschäftsführerin des Familienunternehmens Maack Feuerschutz aus Harburg. Und in der Tat: Wenn…
Inserat

10 Jahre quatraCare Gesundheitsakademie: ein Jahrzehnt Bildung

Seit 2015 qualifiziert die quatraCare Menschen für Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen und hat in dieser Zeit tausenden Teilnehmenden neue berufli…
Anzeige