Angeschlagene Hamburg Towers schreiben in Litauen Geschichte
Wilhelmsburg, Mit einer Energieleistung haben sich die Hamburg Towers zum 96:100 (23:33, 45:50, 66:67) bei Lietkabelis Panevezys gekämpft und nehmen aus Litauen den ersten 7DAYS EuroCup-Sieg der Klubgeschichte mit. Die Hamburg Towers erwischten einen Start nach Maß, agierten physisch und gedankenschnell und verwandelten gleich die ersten vier Wurfversuche. Die litauischen Gastgeber mühten sich ihrerseits, mit vielen Pässen Lücken in der starken Hamburger Defensive zu finden. Zunächst jedoch vergeblich, denn das Team von Pedro Calles machte die Räume dicht.
Die Führung der Wilhelmsburger wuchs im ersten Viertel bis auf 12 Punkte, weil die Hanseaten nicht nur gut aus der Distanz trafen, sondern auch immer wieder die gut abrollenden Big Men fanden. Lukas Meisner krönte den ersten Abschnitt mit einem Dreier und sicherte den zweistelligen Vorsprung. Mit Beginn des zweiten Viertels ging die Abstimmung in der Hamburger Defensive verloren, nach nicht einmal zwei Minuten war die Teamfoul-Grenze bereits überschritten. Pedro Calles hatte vor den Augen seines Freundes Martin Schiller – der bis Oktober für Zalgiris Kaunas an der Seitenlinie stand – alle Hände voll zu tun, die aggressive Hamburger Defensive zu zügeln, um Lietkabelis nicht in jedem Angriff an die Freiwurflinie zu schicken.
Die Gastgeber nutzten die dadurch entstandenen Freiräume prompt für den Anschluss, verkürzten Mitte des zweiten Abschnitts auf drei Zähler. Doch auch diese schwierige Phase steckten die Towers gut weg, blieben konzentriert und verschafften sich nach einem Dreier von Justus Hollatz und starkem And One von Robin Christen wieder etwas Luft. Ein Lay-Up von Seth Hinrichs verließ nur Zehntelsekunden nach dem Ertönen der Halbzeitsirene die Hand, änderte folgerichtig nichts am Spielstand, gab aber noch einmal Zuversicht in den Hamburger Gesichtern für die zweite Spielhälfte.
Doch das Momentum blieb auch nach dem Seitenwechsel vorerst bei Lietkabelis Panevezys, die nach schnellen acht Punkten erstmalig an diesem Abend die Führung übernahmen. Weil die Towers aber gut reboundeten (31 HAM/36 PAN) und unermüdlich attackierten, brachte Lukas Meisner sein Team von der Freiwurflinie wieder in Führung. Während die Genauigkeit im Abschluss auf beiden Seiten sank, schalteten die Kontrahenten in den Kampfmodus – weitere Zähler wurden zur Schwerstarbeit. Aus der Mitteldistanz sorgte Ray McCallum für die minimale Führung nach 30 Minuten. Dann eine Schrecksekunde zu Beginn des vierten Viertels: Nach einem Korbleger-Versuch landete Caleb Homesley auf dem Fuß eines Unparteiischen, musste anschließend mit schmerzverzerrtem Gesicht auf die Bank – auf der auch Maik Kotsar angeschlagen in der zweiten Hälfte Platz nehmen musste.
Doch die deutlich verkürzte Hamburger Rotation gab sich nicht geschlagen, allen voran Lukas Meisner nahm sich immer wieder ein Herz und brachte die Towers per Dreier bei noch verbleibenden fünf Minuten mit sieben Punkten in Front. Als Robin Christen im Fastbreak auf neun erhöhte, sah sich Panevezys zur Auszeit gezwungen. In der Crunchtime kehrte Caleb Homesley auf das Parkett zurück und verwandelte eine Minute vor dem Ende einen überaus wichtigen Dreier. Weil Homesley in der letzten Minute nur einen von vier Freiwürfen verwandelte, schrumpfte der Vorsprung auf vier Punkte, ehe Robin Christen mit dem 100. Punkt von der Freiwurflinie den ersten Sieg der Hamburg Towers im 7DAYS EuroCup perfekt machte.