Handball: „Wir müssen längeren Atem zeigen“
Fischbek. Am vergangenen Samstag mussten die Oberligahandballer des TV Fischbek (TVF) sich bei der zweiten Mannschaft des THW Kiel deutlich geschlagen geben. Sie unterlagen dem Bundesliganachwuchs mit 21:34, wobei es zur Halbzeit bei einem Stand von nur 13:14 fast schon nach einer Sensation roch.
Trainer Roman Judycki musste auf Jan-Malte Augustin, Tim Beier, Marius Kabuse und Aron Karschny verzichten. Vor allem Kabuse wird der Mannschaft länger nicht zur Verfügung stehen, da er sich im vorigen Spiel gegen den MTV Herzhorn einen doppelten Bänderriss zugezogen hatte. Die Fischbeker hatten den Anwurf und konnten ihn durch Julian Junack auch erfolgreich abschließen. Ihr Abwehrblock stand und gab die Chance zum Tempogegenstoß, den Shohei Sasaki jedoch vergab. Kiel brauchte fast zweieinhalb Minuten, bis sie das erste Mal den Ball in das Fischbeker Tor bringen konnten. Sie erzielten dann auch den Treffer zum 2:1, aber der TVF steckte nicht auf. Im Gegenteil: durch die Tore von Marcel Kahns, Julian Junack und Marek Struß waren die Gäste auf einmal wieder die führende Mannschaft. Kiel war zu dieser Zeit nicht so stark, wie es die aktuelle Platzierung der beiden Teams es hätte vermuten lassen können.
Fischbek behielt die Oberhand und Kiel konnte nur versuchen, immer gleichauf zu ziehen. „Die ersten 15 Minuten waren wir sehr konzentriert und haben wenig Tempogegenstöße zugelassen“, sagte Judycki. „Und das ist die stärkste Waffe der Kieler.“ So hatten sich die Fischbeker mehrfach einen Vorsprung von drei Toren erspielen können. In der 17. Minute jedoch hatte Kiel dann durch den Treffer von Julius Noack erstmals wieder die Nase vorn und blieb auch im Vorteil. Der TVF hielt aber nachwievor mit. Kahns erzielte dann das letzte Tor vor dem Halbzeitpfiff und erreichte damit den 13:14 Anschluss. „Das Spiel verlief in der ersten Halbzeit auf Augenhöhe“, fasste Judycki die erste Halbzeit zusammen.
Nach dem Wiederanpfiff waren die Gäste überhaupt nicht mehr wiederzuerkennen und Kiel machte den großen Tabellenabstand zu den Fischbekern deutlich. Im Angriff gelang dem TVF fast gar nichts mehr. „Wir wollten nach der Pause zu schnell abschließen bzw. den entsprechenden Pass spielen und wurden dafür gleich bestraft“, so Judycki. Innerhalb einer Viertelstunde brachte seine Mannschaft nur dreimal das Runde ins Eckige. Kiel dagegen schloss souverän an und führte entsprechend mit 27:16. In der letzten Viertelstunde hielt der TVF dann zwar nochmal etwas stärker gegen, aber letzten Endes war das Spiel dann schon gelaufen gewesen und es konnte nur noch etwas für die Kosmetik getan werden.
Fischbek hat nun zwei Hammerspiele vor sich. Am kommenden Samstag (11. Februar) wird um 18:30 Uhr das nächste Ligaspiel in der Arena Süderelbe angepfiffen. Nur zwei Tage später steht ebenfalls in der Arena um 20:30 Uhr das Pokalviertelfinale an. Beide Male ist der Gegner der bisher ungeschlagene Tabellenführer der HG Hamburg-Barmbek. „Wir sind schon in der Lage, mit den Besten mitzuhalten“, weiß Judycki. „Wir müssen allerdings längeren Atem zeigen.“ Eine knappe Niederlage gegen Herzhorn und eine grandiose erste Halbzeit gegen Kiel haben dies zuletzt gezeigt. Wie weit der Atem zu den kommenden Spielen reicht, werden die Zuschauer dann sehen.
Tore für den TVF: Aleksej Kiselev (8/4), Julian Junack (4), Marcel Kahns, Tim Latendorf (je 3), Marek Struß (2) und Shohei Sasaki (1)