Unwetter: Buchholz und Jesteburg traf es am heftigsten – 2.000 Reisende stranden im Tostedter Bahnhof
Landkreis Harburg. Das Unwetter, das am Donnerstag über Harburg Stadt & Land hinweggezogen ist, hat am heftigsten die Stadt Buchholz und die Gemeinde Jesteburg erwischt. Zu mehr als 150 Einsätzen mussten die Feuerwehren im Landkreis ausrücken.
Meistens waren es Bäume, die bei dem Unwetter umstürzten und Straßen blockierten oder auf Häuser fielen. In Bendestorf wurde eine Eiche von einem Blitz getroffen und stürzte auf ein Wohn- und Geschäftsgebäude an der Kleckerwaldstraße. Dabei wurde das Dach des Hauses beschädigt.
In Buchholz blieb durch umgestürzte Bäume, die die Oberleitung beschädigten, gegen 17 Uhr ein Metronom auf der Strecke liegen. Die rund 230 Reisenden mussten 200 Meter vom Bahnhof entfernt auf offener Strecke aus dem Zug evakuiert werden. Die Rettungskräfte hatten sich dazu entschieden, da bei über 30 Grad Hitze die Klimaanlage im Zug ausgefallen war.
Die Passagiere mussten über Leitern und mithilfe von Feuerwehrleuten einen etwa fünf Meter hohen Abhang hinauf zur Straße steigen. Drei Personen wurden aufgrund von Kreislaufproblemen vor Ort versorgt. Der Zugverkehr war zwischen Hamburg und Buchholz für mehr als neun Stunden eingestellt.
Deshalb waren im Tostedter Bahnhof unterdessen mehr als 2.000 Reisende gestrandet. Dort waren die Reisenden aus einem Metronom nach Bremen und einem ICE nach Frankfurt am Main an der Weiterfahrt gehindert.
Aufgrund der lang anhaltenden Sperrung wurden im Laufe des Abends Rettungskräfte vom Deutschen Roten Kreuz und den Johannitern zum Bahnhof geschickt. Die Einsatzkräfte versorgten die Reisenden mit Getränken und Essen. Etwa die Hälfte der Fahrgäste wurden von Freunden und Verwandten abgeholt. Ab Mitternacht brachten zwei Reisebusse Familien nach Bremen. Gegen 2 Uhr in der Nacht war die Strecke weiter gesperrt. Viele Reisende übernachteten in den gestrandeten Zügen.