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AK Harburg: Coronaausbruch im Krankenhaus – erst unerkannt, dann verheimlicht?

| Niels Kreller | Life
Am Eingang der Hinweis: Besuchsverbot. Aber trotzdem scheint das Coronavirus ins AK Harburg gelangt zu sein. | Foto: Niels Kreller
Am Eingang der Hinweis: Besuchsverbot. Aber trotzdem scheint das Coronavirus ins AK Harburg gelangt zu sein. | Foto: Niels Kreller
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Harburg. Was ist da los an der Asklepios Klinik Harburg (AKH)? Laut Spiegelbericht vom Donnerstagnachmittag wurden dort zwei Stationen geschlossen, weil fünf Mitarbeiter auf Covid-19 positiv getestet wurden, 48 Ärzte und Pfleger mussten in Quarantäne. Eventuell haben sich auch vier Patienten im Krankenhaus selbst mit dem Coronavirus infiziert, schreibt Der Spiegel. Drei seien gestorben.

Das Virus ist am 1. und 2. April durch Bewohner des Pflegeheims „Am Inselpark“ aus Wilhelmsburg in die Klinik gelangt sein. Über eine mögliche Coronainfektion hat der Betreiber des Pflegeheims dem AKH nichts mitgeteilt. Eine Woche später mussten die beiden betroffenen Stationen schließen, wovon aber die Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks erst am 27. April erfahren hat.

Der Betreiber des Pflegeheims bestreitet gegenüber dem Spiegel jede Verantwortung. "Die von dem Asklepios Klinikum Harburg dargestellten Infektionswege stellen eine nicht belegte Behauptung dar", so der Betreiber zum Spiegel. „Eine Mitarbeiterin habe die Rettungssanitäter, die den kurz zuvor getesteten Bewohner abholten, über die Gefährdungslage in Kenntnis gesetzt. Eine Information an die Klinik erging demnach nicht. Die Sanitäter hätten den Bewohner "in voller Schutzkleidung" ins Krankenhaus gebracht. Der Asklepios-Sprecher dementiert dies: "In unseren Protokollen ist das nicht vermerkt." Auch eine Klinikmitarbeiterin verneint, dass die Krankenfahrer am 2. April in Schutzanzügen kamen. Im Nachhinein habe sie sich Sorgen um deren Gesundheit gemacht“, so der Spiegel.

Asklepios hat eine Stellungnahme gegenüber besser-im-blick gegeben. Darin bestätigen sie die Chronologie des Geschehens. Fakt sei aber auch, dass die Klinik erst mit großer Verspätung von einer möglichen Covid-19-Infektion erfahren habe.

„Die Infektionskette hätte demnach gar nicht erst entstehen müssen, wenn die Klinik einen Hinweis auf einen Corona-Verdacht gleich bei Einlieferung des Patienten bekommen hätten. Es ist aber gelungen, die Situation gut zu handhaben und die Zahl der Infizierten stark zu begrenzen“, so Pressesprecher Mathias Eberenz. Inzwischen seien nur noch zwei Mitarbeiter von insgesamt mehr als 2.000 infiziert und die zwischenzeitlich in Quarantäne gestellten Ärzte und Pflegekräfte seien mittlerweile alle zurück im Dienst. Die erkrankten Mitarbeiter hätten zudem nur leichte Symptome entwickelt. „Die im „Spiegel“ berichtete Darstellung des Pflegeheimbetreibers weisen wir ausdrücklich zurück. Die Rettungswagenbesatzung ist nach unserem Wissenstand nicht über den Corona-Verdacht informiert gewesen. Im Übergabeprotokoll für unsere Klinik wäre ein Infektionsverdacht mit Sicherheit vermerkt worden; dort steht aber nichts davon.“

Alle Beteiligten in der Klinik hätten sich korrekt verhalten und an die Vorgaben des Krisenmanagements gehalten. „Unmittelbar nach Kenntniserlangung haben die Kollegen in der Klinik die Infektionswege nachverfolgt. Grundsätzlich wurden und werden alle positiv auf das neue Coronavirus getesteten Patienten und Mitarbeitern direkt ans Gesundheitsamt gemeldet. Alle Mitarbeiter und Patienten wurden in der Folge „abgestrichen“, also getestet. Es wurden selbstverständlich entsprechende Maßnahmen zur Isolierung/Quarantäne der betroffenen Mitarbeiter und Patienten eingeleitet. Die betroffenen Stationen wurden geschlossen“, so Eberenz.

Ob und wenn ja von wem dieser Vorfall zu verantworten ist und ob der Vorfall eventuell zu spät oder gar nicht gemeldet wurde, muss nun geklärt werden.

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