Ein Haus auf dem Weg von Tostedt ins Museumsdorf nach Ehestorf
Tostedt/Vahrendorf/Ehestorf. So einen Transport gibt es weißgott nicht alle Tage - und weil das spektakuläre Ereignis während der Corona-Pandemie keine Touristen- und Ausflugsschwärme anlocken sollte, wurde die Aktion weitgehend geheimgehalten. Und doch wurde der Transport eines ganzen Hauses von Tostedt über Vahrendorf nach Ehestorf am Sonntag von einer ganzen Reihe Passanten begleitet. Das gut gehütete Geheimnis: Ein ganzes Haus wurde von Tostedt ins Freilichtmuseum am Kiekeberg nach Ehestorf transportiert. Es bekommt im Rahmen des Projekts "Königsberger Straße. Heimat der jungen Bundesrepublik" des Kiekeberg-Museums einen Platz in der "Königsberger Straße".
Für den nicht alltäglichen Transport des Flüchtlingshauses aus den 1950er-Jahren wurde der Bereich um Vahrendorf und Ehestorf weitgehend nicht nur für den Durchgangsverkehr gesperrt. Und die Ehestorfer Straße, die letzte Etappe des Transports, musste zusätzlich mit Straßenplatten verstärkt werden.
Trotz der Geheimaktion verfolgten eine ganze Reihe von Bewohnern der Kiekeberg-Dörfer und weitere Schaulustige am Straßenrand die spektakuläre Aktion. Für das letzte Stück wurde das Haus, das im Jahr 1955 gebaut worden war und ursprünglich im rund 25 Kilometer entfernten Tostedt stand, am Sonntagmorgen vom Schwertransporter auf einen Selbstfahrer umgeladen. Allein das dauerte rund drei Stunden lang. Die Verladung des Hauses in Tostedt hatte bereits am Mittwoch vergangener Woche begonnen.
Kurz vor dem Ziel setzte sich der Selbstfahrer in Bewegung. Abgeschirmt von Museums-Mitarbeitern und Polizeibeamten ging es sozusagen im Schneckentempo über die Ehestorfer Straße in Richtung Kiekeberg-Museum. Am späten Nachmittag erreichte der Transport sein Ziel - die Königsberger Straße auf dem Gebiet des Kiekeberg-Museums, wo das "Tostedter Haus" auf den vorbereiteten Keller abgesetzt wurde.
„Das Herzstück der ‚Königsberger Straße‘ ist nun am Kiekeberg“, sagt Museumsdirektor Stefan Zimmermann durchaus erleichtert. Besucher des Freilichtmuseums in Ehestorf müssen sich aber noch ein wenig gedulden: Das zum Projekt "Königsberger Straße. Heimat der jungen Bundesrepublik" gehörende Haus wird nach umfangreichen Restaurierungs- und Einrichtungsarbeiten voraussichtlich erst im Frühjahr des Jahres 2023 eröffnet. Für das Museum ist es ein besonderer Schatz: Das Haus ist weitgehend so erhalten, wie es vor über 60 Jahren erbaut wurde. Jetzt wird das Gebäude am Kiekeberg restauriert und eingerichtet, wie die Erbauerfamilie 1963 in ihm wohnte.