Online-Betrug: Ermittler durchsuchen Wohnungen
Neugraben-Fischbek. Das Betrugsdezernat hat am gestrigen Dienstag gegen 6:30 Uhr im Torfstecherweg in Neugraben eine Wohnung durchsucht. Anlass dafür waren Rückerstattungsbetrügereien bei der Rückabwicklung von Onlinekäufen.
Verdächtigt sind zwölf Personen, darunter ein 24 Jahre alter Italiener und ein 36 Jahre alter Deutscher, die unabhängig voneinander Rückerstattungsbetrügereien begingen und ihre Dienste auch Dritten als „Refund-Dienstleister“ anboten hatten. Insgesamt 51 Personen sollen davon Gebrauch gemacht und einen der beiden mit der Rückabwicklung eines Online-Kaufes beauftragt haben.
Dabei haben die beiden Hauptverdächtigen dann die Verkäufer unter Angabe falscher Daten und durch Umgehen von Sicherheitsmechanismen zur Rückerstattung des Kaufpreises veranlasst –die Ware aber dann nicht zurückgesendet. So blieben ihre Auftraggeber oder sie selbst zum einen im Besitz der Ware und bekamen auch noch den Kaufpreis obendrauf. Die beiden Hauptverdächtigen bekamen dann – wenn es nicht sowieso um ihren eigenen Kauf ging – eine Provision.
Auch im Friedrich-Frank-Bogen in Bergedorf wurde eine Wohnung durchsucht. Insgesamt wurden 14 Durchsuchungsbeschlüsse bei zwölf Objekten in Hamburg, Niedersachsen, Bayern, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und im Saarland vollstreckt.
Aktuell werden dem 36-Jährigen mindestens 35 Fälle, dem 24-Jährigen mindestens elf Betrugsfälle zur Last gelegt. Der Gesamtwert der Waren in diesen Fällen beträgt insgesamt knapp 100.000 Euro.
Im Zuge der Wohnungsdurchsuchungen konnte umfangreiches Beweismaterial, unter anderem auch zahlreiche ertrogene Waren, sichergestellt werden. Bei dem 36-jährigen Hauptverdächtigen ergaben sich Hinweise auf über 30 weitere Identitäten, unter welchen er Bestellungen für sich und andere abwickelte.
Die Ermittlungen des Betrugsdezernats dauern an.