Messerattacke auf Jugendlichen: War es Rache?
Harburg/Blankenese. Ein Drama hat sich am Freitag und Samstag in Blankenese und Harburg zugetragen. Am Freitag war ein 15-jähriger am Falkensteiner Ufer in Blankenese von der Strömung mitgerissen worden. Ein Jugendlicher und ein 22-Jähriger versuchten noch, ihn zu retten. Aber auch die beiden Retter gerieten in Gefahr. Der jüngere konnte sich selbst an Land retten, der ältere wurde entkräftet aus dem Wasser gezogen. Von dem 15-jährigen aber fehlt trotz intensiver Suche jede Spur – wahrscheinlich ist er ertrunken.
Am Samstag um 14:44 Uhr wurde dann ein 16-jähriger, der mit an der Elbe gewesen war aber nicht zur Rettung eingegriffen hatte*, Opfer einer hinterhältigen Messerattacke seitens des 19-Jahre alten Bruders des 15-jährigen Vermissten. Der Jugendliche saß am Kalischer Platz auf der Mauer eines Beetes, als der 19-Jährige ihn hinterrücks angriff und ihm mehrfach mit einem Messer in den Rücken stach.
Dabei soll er den Jugendlichen lebensgefährlich an Lunge und Rückenmark verletzt haben. Viele Bewohner des Phoenix-Viertels waren Zeugen der Bluttat. Die Feuerwehr musste das viele Blut des Jugendlichen von der Straße spülen. Der Jugendliche konnte aber wohl mit einer Notoperation gerettet werden.
Die Polizei startete eine großangelegte Suchaktion nach dem Täter. Selbst Spürhunde kamen zum Einsatz. Einige Zeit später konnte der Täter unweit des Tatorts gefasst werden. Die Mordkommission ermittelt nun. Die Polizei postierte in Nähe des Tatorts auch noch Stunden später Einsatzfahrzeuge – wohl in der Befürchtung, dass es zu weiterer Gewalt kommen könnte.
*Nach ersten Informationen direkt vom Tatort hatte es noch geheißen, dass das Opfer einer der beiden sei, die versucht hatten, den Jungen zu retten. Wir haben dies korrigiert.