Wegen Nazi-Vergangenheit: Albert-Schäfer-Weg soll umbenannt werden
Harburg-Eißendorf. Rund zwei Jahre haben Experten untersucht, welche Straßen in Hamburg nach Menschen benannt wurden, die sich an den Verbrechen der Nazis beteiligten. Und die deshalb umbenannt werden sollen. Nun wurde das Ergebnis vorgestellt: Elf Straßennamen in ganz Hamburg sind es, deren Namen nach Auffassung der Experten geändert werden soll.
Auch in Harburg liegt eine der elf Straßen. Es ist der Albert-Schäfer-Weg in Eißendorf. Schäfer war von 1933 bis 1946 Vorstandsvorsitzender der Phoenix Gummiwerke AG in Harburg.
Die Empfehlung begründet die Kommission so: „Schäfer war als Vorstandsvorsitzender verantwortlich für den Zwangsarbeitereinsatz bei den Phoenix-Werken. Mit den Zweigwerken in Riga und Prag, in denen jüdische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeit er eingesetzt wurden, beteiligte sich das Unternehmen aktiv an der nationalsozialistischen Ausbeutungspolitik in den besetzen Gebieten in Osteuropa. Schäfer betrieb die ‚Arisierung‘ der gemeinsam mit seinem jüdischen Geschäftspartner Max Goldschmidt gegründeten Firma Metallgummi GmbH und leistete nach 1945 erst Wiedergutmachung, als Goldschmidt diese erstritt.“
Im Bezirk soll nun über einen neuen Namen beraten werden.