Protest für Reformen: Am Mittwoch bleiben die Apotheken geschlossen um ein Zeichen zu setzen
Harburg. Den Apothekerinnen und Apothekern reicht es: „Die Verschlechterung der Arzneimittelversorgung, Lieferengpässe und die zunehmende Bürokratie“, so heißt es in einen Statement Harburger Apothekerinnen und Apotheker, „sind Themen, die die Arbeit in den Apotheken seit Jahren erschweren.“ Hinzu käme die Willkür der Krankenkassen, die eine optimale Versorgung mit den notwendigen Arzneimitteln oft erschweren.
Deshalb bleiben am kommenden Mittwoch, 14. Juni 2023, die Apotheken in Harburg zu, erklärt Dr. Mario Schuler von der Damian Apotheke am Sand. Das geschieht im Rahmen eines bundesweiten Streiktages der Apotheken.
Erreichen wolle man eine Reform im Apotheken- und Gesundheitswesen. Es geh vor allem darum, sich für die Patientinnen und Patienten stark zu machen. Denn sie seien es, die unter der falschen Sparpolitik der Regierung zu leiden haben.
„Klar ist, so kann es nicht weitergehen, will man die sichere Versorgung der Bevölkerung durch die Vorort-Apotheken weiterhin gewährleisten“, so die Apothekerinnen und Apotheker. Dabei gehe es den Apotheken um mehr als eine adäquate Anpassung der Honorare, die trotz steigender Betriebskosten letztmalig vor rund 10 Jahren angepasst wurden. Ziel der Protestaktion sei es vor allem, für bessere Rahmenbedingungen zu kämpfen, die letztendlich den Patientinnen und Patienten in den Apotheken zugutekommen.
„Wir protestieren stellvertretend für alle im Gesundheitswesen, die unter den augenblicklichen Rahmenbedingungen nicht optimal leisten können und nicht optimal versorgt werden“, so die Meinung der Harburger Apothekerinnen und Apotheker. Man hoffe, dass der Protesttag als Zeichen richtig verstanden werde. Schaden wolle man niemanden.
„Alle Apotheken in Harburg sind mit dabei und ich weiß, dass auch in Süderelbe viele mitziehen", sagt Mario Schuler stolz. Bundesweit wird mit einer Beteiligung von über 80 Prozent gerechnet. Er selbst plant, am Demonstrationstag zeitweise vor der Apotheke mit einem Informationsstand für die Kunden präsent und für ihre Fragen da zu sein.
Ob die Apotheken mit ihrer Aktion Erfolg haben werden ist allerdings fraglich. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat den Forderungen nach höheren Honoraren schon eine Absage erteilt. „Die gesetzlichen Krankenkassen klagen über Finanzprobleme, der Finanzminister kürzt die Mittel. Unter diesen Umständen ist für höhere Honorare der Apotheker im Moment kein Raum“, erklärte er gegenüber der Bild am Sonntag.
Die Sternapotheke hat einen Notdienst als Klappendienst um deutlich zu machen, dass ein Protesttag ist.
