Buxtehuder Handball-Frauen holen Punkt im Herzschlagspiel
Buxtehude. Den 695 Zuschauern in der Halle Nord wird heute das Handball-Herz aufgegangen sein, denn das Spiel des Buxtehuder SV gegen die TSV Bayer 04 Leverkusen bot alles, was Handball-Fans sich immer wieder wünschen. Zwar blieb der Sieg am Ende aus – und doch fühlte es sich wie einer an. Mit 28:28 gehen beide Teams mit jeweils einem Punkt in die Länderspiel-Pause.
Die Werkselfen kamen direkt gut ins Spiel. Eine aggressive Abwehr verhinderte über drei Minuten den ersten Treffer für Buxtehude. Schließlich erlöste Liv Süchting das Publikum, das als Tradition bis zum ersten Tor stehen blieb. Nach knapp zehn Minuten stand es 3:6 und Dirk Leun machte Gebrauch von seiner ersten Auszeit. In der 17. Minute traf Fem Boeters zum 5:10 ins leere BSV-Tor – eine eindeutige Machtdemonstration.
Leun nahm daraufhin die zweite Auszeit. Doch auch in dieser schienen seine Worte nicht zu fruchten: Nach 20 Minuten stand ein 6:12 auf der Anzeigetafel. Der Wurm war drin – die BSV-Spielerinnen bekamen in der Abwehr kaum Zugriff auf eine starke Viola Leuchter, die vier ihrer sechs Treffer in den ersten 15 Minuten setzte. Hinzu kamen zahlreiche hektische oder ungenaue Abschlüsse. Zu oft scheiterten die Buxtehuderinnen an der bärenstarken Torhüterin Marianda Nasser. In Zahlen: In der Halbzeit hat die Torhüterin eine Quote von 55% gehaltenen Bällen. Als Krönung parierte die Leverkusener Torfrau einen 7-Meter und sicherte den Stand von 8:17.
Doch dann schien sich das Blatt zu wenden. Johanna Heldmann fing einen Ball ab, den Teresa von Prittwitz im Konter verwandelte. Ein weiterer Treffer von Maj Nielsen und gleich drei Paraden von Torhüterin Marie Andresen schlossen sich an und verkürzten den Abstand. Zur Halbzeit stand es 10:17.
Dirk Leun wird die erste Halbzeit in der anschließenden Pressekonferenz eine „Halbzeit zum Vergessen“ nennen. Wie diese Aussage verrät – drehte sich das Spiel in der zweiten Halbzeit. Wieder war es ein Gegenstoß von Teresa von Prittwitz, der auf sechs Tore verkürzte. Mit dem nächsten abgefangenen Ball, verwandelt von Maxi Mühlner, verkürzten die Buxtehuderinnen auf 14:19 und zwangen Leverkusen zur Auszeit. Nur noch zwei Tore aufzuholen waren es nachdem Mailee Winterberg ins leere Elfen-Tor traf (19:21).
Bis zum ersehnten Ausgleich sollten allerdings noch zehn Minuten Spielzeit vergehen. Erst in Spielminute 51 ist es Charlotte Kähr, die per Siebenmeter für ein 25:25 sorgt. Leverkusen traf im Gegenangriff. Doch wieder war Charlotte Kähr zur Stelle und traf im Siebenmeter-Duell gegen Miranda Nasser zum 26:26. Spannender konnte es kaum sein: Mariana Ferreira Lopes traf erst zum 27:26 und wenig später zur 28:16-Führung. In der 58. Minute überwand Liv Süchting die Leverkusener-Torhüterin zum 27:28. Eine Minute vor Schluss parierte Lea Rühter in ihrem 100. Bundesliga-Spiel(!).