Landkreis Harburg trauert um Ex-Oberkreisdirektor Hans Joachim Röhrs
Landkreis Harburg. Der ehemalige Oberkreisdirektor Hans Joachim Röhrs ist nach einem erfüllten und arbeitsreichen Leben am vergangenen Montag im Alter von 90 Jahren gestorben. „Mit Hans Joachim Röhrs verliert der Landkreis Harburg eine große Persönlichkeit und einen Menschen, der durch seine Tatkraft und seine Weitsicht in Erinnerung bleiben wird. Durch sein Wirken im Landkreis - natürlich als Oberkreisdirektor, aber auch durch sein breites ehrenamtliches Engagement unter anderem für das Freilichtmuseum am Kiekeberg in Ehestorf, den Verein Naturschutzpark Lüneburger Heide und das Hospiz Nordheide - hat Hans Joachim Röhrs maßgeblich zur Entwicklung der Region beigetragen. Hierfür sind wir ihm zu großem Dank verpflichtet. Mein Mitgefühl gilt seiner Familie“, sagte Landrat Rainer Rempe.
Hans Joachim Röhrs hat sich in seiner mehr als 30 Jahre währenden Verwaltungstätigkeit in herausragender Weise für die Belange des Landkreises Harburg eingesetzt. Sein Berufsweg startete 1960 in der Kreisverwaltung, wo ihm schon bald verantwortungsvolle Führungsaufgaben übertragen wurden. Nach der Gebietsreform übernahm er von 1972 an für sechs Jahre die Aufgabe des Gemeindedirektors in der neu gebildeten Gemeinde Seevetal. Am 1. Mai 1978 kehrte er zum Landkreis zurück und wirkte hier bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand am 31. Januar 1994 als Oberkreisdirektor.
Hans Joachim Röhrs erwarb sich in dieser Funktion besondere Verdienste bei der Bewältigung der Probleme, die während seiner Amtszeit mit dem großen Bevölkerungswachstum im Landkreis Harburg zusammenhingen. Der Ausbau der Infrastruktur wie zum Beispiel von Schulen, Straßen sowie Ver- und Entsorgungseinrichtungen musste innerhalb kurzer Zeit durchgeführt werden. Dabei lag ihm die Solidität der Kreisfinanzen stets besonders am Herzen.
Mit großer Tatkraft, Integrität, Empathie und einem hohen Maß an sozialer und fachlicher Kompetenz war Hans Joachim Röhrs in all seinem Wirken immer auch auf den Ausgleich der Interessen bedacht. Er hat sich stets vorausschauend den vielfältigen Aufgaben gestellt und die sich bietenden Chancen erfolgreich genutzt, um die Entwicklung des Landkreises zu fördern.
Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit engagierte sich Hans Joachim Röhrs – auch über die Grenzen des Landkreises und seinen Ruhestandseintritt hinaus - neben- und ehrenamtlich. Hervorzuheben ist dabei sein erfolgreiches Wirken als Vorsitzender der Lebenshilfe Lüneburg. Die Integration behinderter Menschen in die Gesellschaft voranzutreiben war für ihn immer ein besonderes Anliegen. Er setzte sich darüber hinaus im Verwaltungsausschuss beim Arbeitsamt Lüneburg, im Landesjugendausschuss und als Vorsitzender des Kreisverbands Harburg des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge sowie in Gremien der Norddeutschen Landesbank für verschiedenste Bevölkerungskreise ein.
Als Mitglied im Beirat des Vereins Naturschutzpark Lüneburger Heide und als dessen Erster Vorsitzender war er auch dem Naturschutz sehr verbunden. Sein Name wird zudem auch immer mit der Errichtung des Hospizes Nordheide und der jahrelangen Unterstützung dieser wichtigen Institution verbunden bleiben.
In Würdigung seiner großen Verdienste auf vielen Gebieten des öffentlichen Lebens wurde Hans Joachim Röhrs 1994 das Verdienstkreuz erster Klasse des Niedersächsischen Verdienstordens verliehen.
Seinem Können, seinem Verwaltungsgeschick und seiner hohen Einsatzbereitschaft haben die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises viel zu verdanken. Der Landkreis Harburg gedenkt in Dankbarkeit seiner großen beruflichen Lebensleistung. Die Hochachtung gilt einem verdienten und beliebten Menschen, der seine ganze Kraft dem Wohl der Allgemeinheit gewidmet hat.
Der Familie von Hans Joachim Röhrs sprach der Landkreis sein tief empfundenes Mitgefühl aus. Der Landkreis Harburg wird das Andenken des Verstorbenen in Ehren halten.