Ehestorfer Heuweg bleibt noch länger gesperrt als ohnehin befürchtet
Ehestorf/Hausbruch. Axel Krones, Ortsbürgermeister von Ehestorf/Alvesen, kann es kaum fassen: "Seit gestern wird deutlich, dass die Auswirkungen des Braunkohle-Bergwerks noch viel größer sind als ohnehin schon befürchtet. Auch der Bereich im Gebiet Ehestorf ist durch rund zwölf Schächte durchzogen, die genau wie im Hausbrucher Bereich durch Einbrüche gefährdet sind." So soll es weitergehen: Der Robertshall-Spezialist Rolf Weiß ist auch in den nächsten Tagen mit den Untersuchungen zur Sicherheit der Schächte beschäftigt und wird Sanierungsmaßnahmen vorschlagen. Axel Krones: "Diese Maßnahmen werden viel zusätzliche Zeit in Anspruch nehmen und die Kosten weiter in die Höhe treiben. Ein Ende der Vollsperrung ist somit in weite Ferne gerückt."
Die Bauarbeiten am Ehestorfer Heuweg in Hausbruch an der Landesgrenze zu Niedersachsen und nach Ehestorf dauern damit wesentlich länger als gedacht: Die normalerweise viel genutzte Pendlerstrecke bleibt wegen eines eingebrochenen Bergwerksstollens noch mindestens bis zum Jahresende gesperrt.
Gutachter wie Rolf Weiß sollen in den kommenden Tagen klären, wie die abgesackte Stelle am besten verfüllt werden kann. Eigentlich sollte der Ehestorfer Heuweg bereits Ende September wieder freigegeben werden. Insgesamt müssen sich Autofahrer in diesem Bereich mindestens bis Jahresende auf Stau und Behinderungen einstellen. An der Cuxhavener Straße sollen noch im Herbst Bauarbeiten beginnen, um einen Abschnitt grundlegend zu sanieren. Statt vier gibt es dann zeitweise nur noch zwei Spuren.
Am Ehestorfer Heuweg klaffte noch vor wenigenTagen ein fünf Meter tiefes Loch in der Baustelle. Bis vor 100 Jahren war an dieser Stelle unter Tage Braunkohle abgebaut worden, erläuterte Carsten Butenschön, Projektleiter beim Hamburger Landesbetrieb Straßen Brücken Gewässer. "In den vorliegenden Unterlagen war verzeichnet, dass die Stollen eigentlich verfüllt sein müssten."
Plötzlich klaffte dort vor rnud zwei Wochen ein fünf Meter tiefes Loch an der Baustelle. Die Folge: Die Sperrung der wichtigen Pendler-Strecke Ehestorfer Heuweg wird zum großen Ärger der Anwohner und Pendler, aber auch der Gastronomen an der Strecke wesentlich länger dauern. Der verwendete Sand hat offenbar nachgegeben, deshalb sackte die Straße ab. Der Ehestorfer Heuweg, der schon seit Wochen gesperrt ist, wurde an der eingestürzten Stelle zusätzlich gesichert. Akute Gefahr bestehe nicht, sagte Butenschön.
Nach den alten Bergwerksplänen gibt es insgesamt sechs Stollen unter dem Ehestorfer Heuweg - je drei auf Hamburger und auf niedersächsischer Seite. Die in Hamburg gelegenen Stollen sollen bis Jahresende allesamt mit Spezialzement verfüllt werden. Frühestens dann kann die Straße wieder freigeben werden.
Die Straße Ehestorfer Heuweg ist die wichtigste Verbindung zwischen Neugraben und dem Landkreis Harburg. 9.000 Fahrzeuge nutzen diese Verbindung zwischen Neugraben, Hausbruch, Bostelbek, Heimfeld, Moorburg und den Orten Ehestorf-Alvesen und Vahrendorf auf dem Gebiet des Landkreises Harburg normalerweise.