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Vorzugsbehandlung bei Corona-Impfungen für die Chefs von DRK und Feuerwehr?

| Niels Kreller | Life
Gab es beim DRK Harburg eine Vorzugsbehandlung für die Chefetage beim Impfen gegen Corona? | Foto: ein
Gab es beim DRK Harburg eine Vorzugsbehandlung für die Chefetage beim Impfen gegen Corona? | Foto: ein

Harburg. Die Chefetagen des DRK Harburg und der Hamburger Feuerwehr sollen sich an übrig gebliebenen Impfdosen bedient haben, die gegen das Coronavirus in Hamburg für Impfungen in Heimen bereitstanden. Selbst Angehörige, sogar Kinder sollen angeblich geimpft worden sein – vor denjenigen, die an der Front gegen das Virus kämpfen und eine Impfung dringender benötigen. Diese Anschuldigungen werden in einem Artikel erhoben, der am Dienstag in der Mopo erschien. Quelle sollen die Aussagen eines Mitarbeiters im Ambulanzdienst des DRK Harburg sein.

Harald Krüger, Vorstand des DRK Harburg, streitet die reine Tatsache der Impfung nicht ab. Am 29. Dezember, dem zweiten Tag der Impfungen, seien am Ende des Tages Impfdosen übrig geblieben. „Von Mitarbeitern in Heimen oder Bewohnern, die sich nicht impfen lassen wollten, die erkältet waren und die deshalb nicht geimpft werden durften oder wo von Seiten der Betreuer kein Einverständnis vorlag“, so Krüger gegenüber besser-im-blick.

Alle vor Ort anwesenden Mitarbeiter geimpft

2021 01 28 corona2aMan habe deshalb erst am Abend des 29. Dezember mit der Sozialbehörde abstimmen können, wie mit den Restdosen zu verfahren sei. Von Seiten der Behörde sei grünes Licht dafür gegeben worden, sie an alle zu verimpfen, die anwesend seien. Dies war dann allerdings erst am Morgen des 30. Dezember möglich gewesen, da erst zu diesem Zeitpunkt wieder Ärzte des Kassenärztlichen Dienstes da waren, die den Impfstoff verabreichen dürfen.

Zu dem Zeitpunkt, so Krüger, seien aufgrund der zeitlichen Begrenztheit der Haltbarkeit des Impfstoffes noch ca. 60 Dosen verfügbar gewesen. „Es wurden dann sämtliche unserer Mitarbeiter, die vor Ort waren und geimpft werden wollte, geimpft“, so Krüger.

Als dann immer noch Impfdosen übrig waren, sei er gefragt worden. Krüger war zu dem Zeitpunkt zufällig vor Ort, um sich die gerade frisch von DRK angemieteten Räume anzuschauen. „Mir war wichtig, dass die Kollegen, die vor Ort anwesend waren, alle gefragt wurden und mir wurde glaubhaft versichert, dass alle, die wollten, auch geimpft worden seien. Erst da habe ich zugestimmt, ehe die Impfdosen hätten vernichtet werden müssen, denn es waren nur noch rund 90 Minuten Zeit.“

Fabian Gnas, Projektleiter Corona beim DRK Harburg, der zum betreffenden Zeitpunkt vor Ort war, bestätigt dies: „Ich habe mit dem Kollegen aus der Sozialbehörde gesprochen, dass wir hier doch die Mitarbeiter aus den Coronateams hätten, die wir impfen könnten. Der fand die Idee gut, hat sich auch nochmal bei dem Staatsrat und der Senatorin rückversichert.“ Nachdem alle Mitarbeiter der Teams geimpft worden seien, sei immer noch Impfstoff da gewesen. Man habe dann Rettungspersonal, das gerade im Innendienst beispielsweise mit dem Befüllen von Taschen beschäftigt gewesen sei, geimpft. Als dann immer noch Dosen übrig gewesen seien, sei auch Harald Krüger gefragt worden.

Transport an andere Orte war nicht möglich

Es habe auch keine Möglichkeit gegeben, die Impfdosen an andere Orte zu fahren, denn zu diesem Zeitpunkt durften sie kein zweites Mal transportiert werden. Mittlerweile ist dies erlaubt. „Zu dem Zeitpunkt aber wurden die Impfdosen noch wie rohe Eier gefahren“, so Krüger. Darüber hinaus habe man den Rettungskräften, die zu diesem Zeitpunkt Dienst in den Wachen gehabt hätten, den Impfstoff auch gar nicht verabreichen können, da sie im Anschluss an die Impfung aufgrund möglicher Nebenwirkungen als dienstunfähig hätten betrachtet werden müssen.

Auch der Darstellung, es sei laut Aussagen der Mitarbeiter sogar „in einem Fall ein Kind“ (Mopo) geimpft worden, widersprechen Krüger und Gnas. „Das ist schlicht falsch“, so Gnas gegenüber besser-im-blick. Die Zulassung des Impfstoffes in der EU gilt auch erst für Personen ab 16 Jahren – keine Kinder. Die Ärzte der Kassenärztlichen Vereinigung, die die Impfungen ausschließlich vornehmen, müssten dann auch nach dieser Behauptung entgegen den Vorschriften eine Person unter 14 Jahren geimpft haben.

Seit dem 4. Januar werden die täglichen Restdosen ins Impfzentrum gefahren. „Das war Ende Dezember auch noch gar keine Möglichkeit, da es gar nicht in Betrieb war“, so Krüger. Dort würden die Dosen unter anderem an die Feuerwehr verimpft.

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