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Harburger Lokalposse um Weihnachtsbeleuchtung: Wie wird eine profane Tanne zum schmucken Weihnachtsbaum und tut das in dieser Zeit eigentlich not?

| Niels Kreller | Politik
Wird es in diesem Jahr einen beleuchteten Weihnachtsbaum auf dem Harburger Weihnachtsmarkt geben? | Foto: Niels Kreller
Wird es in diesem Jahr einen beleuchteten Weihnachtsbaum auf dem Harburger Weihnachtsmarkt geben? | Foto: Niels Kreller

Harburg. Die Vorbereitungen für den Harburger Weihnachtsmarkt sind im vollen Gange - das gab Harburgs Weihnachtsmarkt-Chefin Anne Rehberg bekannt. Vom 17. November bis zum 29. Dezember wird er stattfinden.

Dann gibt es wieder die heimeligen Buden auf dem Rathausplatz und der Geruch von Glühwein, Bratwurst und Schmalzgebäck weht über den Platz. Die Kinder freuen sich auf den Weihnachtsmann, Frau Holle und vieles mehr.

Weihnachtsbeleuchtung? Nein danke!

Eine Frage aber stellt sich aktuell: Wird es einen schönen, großen und vor allem beleuchteten Weihnachtsbaum als Zentrum des Platzes geben? Um diese Frage haben die Koalitionäre im Harburger Rathaus nun eine Lokalposse losgetreten - getreu dem Sprichwort: Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Denn die SPD* hat einen Antrag in die Bezirksversammlung eingebracht, der fordert, dass das Bezirksamt auf die Beleuchtung des Weihnachtsbaumes in diesem Jahr verzichten möge. Als Grund führen die beiden Fraktionen die Energiekrise und die damit gestiegenen Preise für Strom sowie den Krieg Putins gegen die Ukraine an. Man sei „manchmal verwundert über das Ausmaß, dass die Beleuchtung angenommen“ habe. Man wolle nicht „unter heller Weihnachtsbeleuchtung in fröhliche Einkaufsstimmung geraten, während in nächster Nähe Menschen in ihrer vielleicht dunkelsten Zeit um ihr Leben fürchten müssen.“

Deshalb soll das Bezirksamt „auf weihnachtliche Beleuchtung, z.B. bei dem Weihnachtsbaum auf dem Harburger Rathausplatz, verzichten.“ Außerdem sollen sich Unternehmen und Privathaushalte solidarisch zeigen und auf zusätzliche Beleuchtungen verzichten.

Das bringt die CDU auf die Palme. Man könne den Kindern nicht die Weihnachtsfreude nehmen, indem man die weihnachtliche Beleuchtung ausschalte, wetterte CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer.

Wie wird eine Tanne zum Weihnachtsbaum?

Aber es gibt Hoffnung: Denn im Antragsbeschluss steht auch, dass keine bezirklichen Mittel für die Förderung „nicht erforderlicher Weihnachtbeleuchtung“ ausgegeben werden sollen. Auf die Frage, was denn dann erforderliche Weihnachtsbeleuchtung sei, antwortete Jürgen Marek von den Grünen, dass die Beleuchtung eines Weihnachtsbaumes schon erforderlich sei, um ihn überhaupt erst zu einem Weihnachtsbaum zu machen, „Ohne Licht wäre er nur eine Tanne oder Fichte.“

Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Richter versucht in einer eilends nachgeschobenen Pressemitteilung zu beruhigen. Man wolle dem Weihnachtsmarkt nicht den Strom abdrehen. „Es geht uns hier um Übermaß und Gedankenlosigkeit. Wir werden niemandem verbieten, eine weihnachtliche Beleuchtung zu verwenden. Weder können wir das, noch wollen wir das. Allerdings wollen wir ebenso wenig, dass nicht notwendige Weihnachtsbeleuchtung in schwierigen Zeiten auch noch durch bezirkliche Fördermittel unterstützt wird“, so Richter.

Anne Rehberg ist über die losgetreten Debatte unglücklich. „Ich hätte mich gefreut, wenn sich alle zusammengesetzt hätten, um das gemeinsam zu beraten, denn das Anliegen ist ja ein Gutes. Ich finde es nur unglücklich formuliert“, sagte Rehberg gegenüber besser-im-blick. Aber eines steht für sie fest: „An den Weihnachtsbaum lassen wir niemanden ran“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Es besteht also noch Hoffnung.

*In einer früheren Version des Artikels waren auch die Grünen als Antragsteller genannt. Dies war ein Feher, den wir korrigiert haben.

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