Hamburg Towers beeindrucken trotz Niederlage
Wilhelmsburg/Badalona. Die Hamburg Towers haben sich dem spanischen Favoriten Joventut Badalona mit viel Intensität entgegengestellt, mussten sich aber erst nach einer deutlichen Leistungssteigerung des Tabellenführers mit 75:92 (22:12, 38:37, 56:66) geschlagen geben. Die körperlichen Vorteile von Joventut Badalona waren von Beginn an deutlich sichtbar. Jeder Spieler der Hamburger Starting Five war einen guten Kopf kleiner als sein spanisches Pendant. Davon beeindrucken ließen sich die Hanseaten aber nicht – Eddy Edigin, der zum ersten Mal wieder ohne Gesichtsmaske auf dem Feld stand, dunkte sein Team gegen 2,17-Meter-Riese Ante Tomic zur Führung.
Joventut tat sich zunächst schwer, ein richtiges Mittel gegen energisch verteidigende Towers zu finden. In der Offensive blieben die Wilhelmsburger weiter angriffslustig. Justus Hollatz ließ sich auch durch ein Foul nicht stoppen und sorgte für einen zweistelligen Vorsprung. Mit zwei Dreiern meldete sich Badalona zurück. Doch das Team von Pedro Calles blieb trotz des Anschlusses voll fokussiert, zwang Joventut zur Überschreitung der 24-sekündigen Angriffszeit und holte sich die 10-Punkte-Führung zum Ende des ersten Abschnitts zurück.
Mit Beginn des zweiten Viertels zogen nun auch die Gäste die Intensität deutlich an. Justus Hollatz ließ es sich nicht nehmen, den spanischen Alt-Star Pau Ribas in ein Privatduell zu verwickeln – und der Youngster sollte zunächst die Oberhand behalten. Als dann Hollatz eine verdiente Pause erhielt und Osaro Jürgen Rich an seiner Stelle weiter intensiv verteidigte, steuerte Caleb Homesley vier Zähler in Serie bei. Dann häufte sich bei den Wilhelmsburgern das Pech im Abschluss. Eine Serie von sechs Fehlwürfen umrandete ein klares, allerdings nicht geahndetes, Goaltending. Badalona, im Stil eines Spitzenteams, nutzte die dreiminütige offensive Durststrecke, ohne zu zögern, zum Anschluss.
Bis zur Halbzeit schrumpfte der Vorsprung der Hamburg Towers auf einen Zähler. Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich erst ein offener Schlagabtausch, ehe die Gäste dank schneller Passstafetten und deutlicher Überlegenheit beim Rebound-Duell auf 16 Zähler enteilten. Auch zwei Dreier von Zach Brown und Robin Christen konnten für keine Entlastung der aufopferungsvoll kämpfenden Towers sorgen. Zum Ende des dritten Viertels erhielt auch Jordan Walker seinen zweiten Einsatz auf dem EuroCup-Parkett und ermöglichte damit Caleb Homesley eine Pause – kurz durchgepustet verkürzte der Guard per Dreier auf zehn Zähler.
Und der Anschluss gab den Towers Selbstvertrauen. Mit vier schnellen Zählern trieb Maik Kotsar die Aufholjagd weiter voran. Doch näher als auf fünf Punkte kamen die Hamburger nicht heran – auch weil die Spanier in einer von 307 Fans aufgeheizten Schlussphase einen kühlen Kopf bewahrten. Zwei Dreier von Topscorer Caleb Homesley in den Schlussminuten untermauerten noch einmal den starken Eindruck, den dezimierte Hamburger gegen den spanischen Favoriten hinterlassen hatten, konnten die Niederlage gegen den Tabellenführer aber auch nicht mehr verhindern.