Trauer um Hubert Junge: Landkreis-Schiedsrichter nach schwerer Krankheit gestorben.
Jesteburg-Bendestorf. Immer gut gelaunt, immer ein offenes Ohr, aber immer auch geradlinig und direkt - so beschreiben seine Wegbegleiter ihren langjährigen Schiedsrichterkollegen Hubert Junge, von dem sie sich nun verabschieden müssen. „Mit Hubert haben wir nicht nur einen Schiedsrichter verloren, sondern einen besonderen Menschen, den ich sehr gemocht und geschätzt habe“, betont Kim-Jana Trenkner, Kreis-Schiedsrichterobfrau im Kreisverband Harburg des Niedersächsischen Fußball-Verbands (NFV).
Hubert Junge gab sich in seinem Leben mit viel Leidenschaft dem Fußball und vor allem dem Schiedsrichterwesen hin, das ihn in seiner sportlich aktiven Laufbahn bis an die Position des Schiedsrichter-Assistenten in der Fußball-Bundesliga brachte. Aus Northeim kommend, gelangte Hubert Junge über Hamburg in der Saison 1997/98 in den NFV-Kreis Harburg. Hier setzte er zunächst als Schiedsrichter beim TuS Nenndorf seine Karriere fort, später und bis zuletzt war er für den SV Bendestorf aktiv.
Auch den Harburger Verantwortlichen blieb das Schiedsrichtertalent nicht verborgen, denn Hubert Junge leitete auch in Niedersachsen bis zur damaligen Bezirksklasse und viele Jahre lang bis zum Erreichen der Altersgrenze noch Spiele in der Kreisliga. „Dabei zeichnete ihn auf den Fußballplätzen immer ein hoher Gerechtigkeitssinn aus und er war stets um Harmonie bemüht“, beschreibt Harburgs ehemaliger Kreis-Schiedsrichterobmann Joachim Weis seinen Schirikollegen: „Wenn es allerdings nicht so lief, wie er es sich vorstellte, zog er seine Linie aber auch konsequent durch!“
Bis zuletzt pfiff Hubert Junge gerne und überall, wo er gebraucht wurde - ob 2. Kreisklasse, Altherren oder Jugendspiele – Hubert Junge hatte immer viel Freude an seinem Hobby.
Seine unbändige Erfahrung aus den Spielen in den Leistungsklassen sämtlicher Ebenen wollte und konnte Hubert Junge auch weitergeben: Mit viel Leidenschaft gab er sich der Aus- und Fortbildung von jungen Nachwuchs-Schiedsrichtern hin. So war er Lehrgangsleiter, als im Jahr 2002 ein Schiedsrichteranwärter-Lehrgang mit 68 Teilnehmern absolviert wurde – bis heute Rekord.
Zudem war Hubert Junge bis zu seinem Tod ein engagierter Schiedsrichterbeobachter, -coach und -pate. Ab 1999 begleitete er auch auf Bezirks- sowie Verbandesebene (hier war „sein“ Bereich die Frauen-Oberliga) vielversprechende Schiedsrichter-Talente. „Dank Hubert hat sich die Leistung etlicher Schiedsrichter verbessert!“, kommentierte Lüneburgs damaliger Bezirks-Schiedsrichterobmann Berthold Fedtke im Jahr 2018 die Verdienste von Hubert Junge, als er ihn als Bezirksbeobachter verabschiedete.
Hubert Junge hat seine Leidenschaft an seine Kinder Felix und Christin weitergegeben, die ebenfalls zur Pfeife griffen. Christin trat sogar in die Fußstapfen ihres Vaters und brachte es als Schiedsrichter-Assistentin bis in die 2. Frauen-Bundesliga. Auch als Funktionär zeichnete sich Hubert Junge verantwortlich: Er war ab 2006 als Platzkommissar tätig und im Jahr 2007 wurde er Schiedsrichteransetzer im Bereich Jugend unter Schiedsrichterobmann Weis.
Als Kim-Jana Trenker 2017 Kreis-Schiedsrichterobfrau wurde, unterstützte er auch sie als Ansetzer für ein Jahr im Kreis-Schiedsrichterausschuss. Bis zum Ende der jüngsten Spielzeit leitete Hubert Junge noch Spiele bis in die 1. Kreisklasse und begleitete Jungschiedsrichter als deren Pate bei ihren ersten Einsätzen. Im Sommer folgte die Nachricht, dass Hubert Junge schwer erkrankt ist. Am 20. Oktober verstarb er im Alter von 67 Jahren. Der NFV-Kreis Harburg und vor allem das Schiedsrichterwesen im Fußballverband verlieren nicht nur einen geradlinigen, warmherzigen und engagierten Schiedsrichterkollegen, sondern auch einen hilfsbereiten, humorvollen und toleranten Sportsmann und Freund. Seine Passion zur Talentförderung junger Menschen, sein Gerechtigkeitssinn und Lachen werden fehlen.