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Aus für Open-Air-Live-Musik in der Inselklause?

| Niels Kreller | Life
isher wurden die Konzerte der Inselklause auf der Pionierinsel geduldet - damit soll jetzt Schluss sein. | Foto: Niels Kreller

Harburg. Das war schon ein Schock, als Inselwirt Andreas „Köni“ Koenecke das Schreiben des Bezirksamtes in den Händen hielt. In diesem wird ihm hochoffiziell mitgeteilt, dass es ihm nicht erlaubt ist, vor der Inselklause auf der Pionierinsel Live-Musik-Konzerte zu veranstalten. Diese wurden – seit nunmehr rund sieben Jahren – geduldet. Und es dürfte auch bis in die Amtsstuben des Bezirksamtes vorgedrungen sein, dass es in der Inselklause Live-Musik gibt – schließlich hat Koenecke daraus nie einen Hehl gemacht und die Konzerte fleißig beworben. Auch auf besser-im-blick war die Inselklause regelmäßig durch Artikel und Fotogalerien vertreten.

„Wir danken für 182 Bands in 6 1/2 Jahren, die uns Bürgern, Intellektuellen und Harz IV Empfängern, Anwälten und Rockern, Ausländern und Deutschen, Hundebesitzern und Kindern, Rauchern und Nichtrauchern, Armen und Reichen, Veganern und Fleischessern, Schwulen, Lesben, Normalos und Verrückten eine Begegnung geschaffen hat, um gemeinsam zu feiern als alles zu glauben, was die Medien uns so vorgaukeln wollen“, schrieb Koenecke am heutigen Dienstag auf facebook, als er das Ende der Konzerte bekannt gab.

Immer wieder hatte Koenecke in der Vergangenheit gegen die Gewalten von Natur und Verwaltung zu kämpfen gehabt. Regelmäßig stand zwischen Oktober und März seine Inselklause unter Wasser, weswegen er im vergangenen Jahr einen Neubau auf Stelzen errichtete. Das Bezirksamt nahm ihm die bis dato als Parkplatz genutzte Fläche am Beginn der Pionierinsel weg und sperrte sie mit einer Schranke ab. Für ein profanes Schild an der Straße mit dem Hinweis, man möge jetzt zur Inselklause abbiegen, brauchte es auch einen langen bürokratischen Lauf. Trotzdem gab er nicht auf.

Nun wird das, was jahrelang geduldet wurde, aus Gründen des Landschaftsschutzes verboten. „Zur Vermeidung von Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft und der besonderen Erholungsfunktion sowie von zu schützenden Tierarten ist die Durchführung von Musikveranstaltungen im Außenbereich nicht zulässig“, heißt es in der Betriebserlaubnis für die Inselklause 2019 07 30 inselklause1des Fachamtes Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt vom 6. Juli 2019. Dabei gab es laut Andreas Koenecke in der Vergangenheit nur ganz wenige Beschwerden, in der letzten Zeit gar keine.

Auch die Fanggemeinde der Inselklause zeigt sich auf facebook entsetzt. „Noch mehr Kultur, die in Harburg kaputt gemacht wird....“, schreibt beispielsweise Sylvia S. „Was für eine Frechheit!!!!!! Tut echt leid“, meint Sven T. Ein User verweist auf das Konzert der Rolling Stones in Hamburg: „Biete denen doch mal frei Saufen an. Hat bei den Stones doch auch geklappt“, schreibt Horst W.

Pikant: Koenecke schrieb auch, dass das Verbot auf Anraten der CDU geschehen sei. Damit konfrontiert zeigte sich der CDU-Kreisvorsitzende Uwe Schneider gegenüber besser-im-blick entsetzt: „Wir als CDU haben immer gut gefunden, was Herr Koenecke mit seiner Inselklause macht“, so Schneider. Er habe in seiner Partei rumgehorcht und seines Wissens nach habe keiner aus der CDU für das Ende der Konzerte gesorgt. „Wir würden uns gerne mit Herrn Koenecke zusammensetzen und die Situation beraten“, so Schneider weiter.

Eine Stellungnahme des Bezirksamtes, warum nach so langer Zeit der Duldung auf einmal ein Verbot ausgesprochen wird, steht noch aus.

Egal wie es ausgeht: Inselwirt Köni will mit der Inselklause weitermachen. Erst einmal mit dem Restaurant im Obergeschoss, mit seinem frisch geräucherten Fisch und Sonntagsbrunch. Im Winter soll es auch im Obergeschoss wieder Musik geben – allerdings laut Auflage mit geschlossenen Fenstern.

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